Interview mit Tongue

tongue
Nachdem wir schon über das Debutalbum von Tongue geschrieben haben, hat es uns doch gereizt mehr über die Jungs in Erfahrung zu bringen. Wir haben mit dem Gitarristen und Sänger „J.“ gesprochen und haben ihm auf den Zahn gefühlt.

Hallo Tongue, Gratulation zum Debut und vielen Dank, dass ihr die Zeit gefunden habt uns ein paar Fragen zu beantworten.
Hallo und vielen Dank für deine Anfrage und das schmeichelnde Review.

Ihr seid mit eurem Album quasi aus dem „Nichts“ aufgetaucht, wer ist Tongue und was steckt hinter diesem Projekt?
Drei von uns haben schon vorher in anderen Projekten miteinander Musik gemacht. B., W. und ich kennen uns unter anderem durch unsere Zeit bei (der inzwischen aufgelösten Band) STENCH OF STYX. W. und ich haben daraufhin bei NEGATIVVM gespielt, bis auch dieses Projekt vorläufig auf Eis gelegt wurde. Weil es keinen Spaß macht, keine Musik zu machen, haben B., W. und ich im Winter 2014 TONGUE gegründet. Nach den ersten paar Proben wurde schnell klar, dass wir einen weiteren Gitarristen brauchen. T. hat zu dem Zeitpunkt noch bei einer anderen Band in unserem geteilten Proberaum gespielt und Interesse bekundet. Als er dann für eine Probe testweise dazugestoßen ist, hat die Chemie sofort gestimmt und TONGUE war vollständig. Was hinter dem Projekt steckt? Vier Freunde, die zusammen Musik machen.

Wie kamt ihr denn auf die Idee euch „Tongue“ zu nennen? Was steckt hinter diesem Namen?
Der Name gefiel uns vor allem einfach rein ästhetisch, durch seine Prägnanz und durch die verschiedenen Assoziationen, die er weckt. Wenn man möchte, kann man sicherlich auch so Einiges in diesen Namen hineininterpretieren – aber bitte nicht zu viel.

Wer hat euer Album recorded? Die Qualität ist hervorragend!
Vielen Dank, das geben wir gerne so weiter – wir sind auch sehr zufrieden. Für das Recording, Mixing und Mastering ist Rouven von RUINS verantwortlich. Wir kannten ihn vorher nicht nur schon durch seine Mitarbeit an der „Hvngerkvnst“ von NEGATIVVM, sondern auch einfach deswegen, weil er sich mit seiner immer wieder fantastischen Arbeit verdientermaßen einen sehr guten Namen gemacht hat.

Wie habt ihr den Prozess des Recordings wahrgenommen?
Gab es Probleme, oder haben die positiven Aspekte der Arbeit überwogen?
Die Arbeit am Album war ziemlich zeitintensiv und wir mussten eine lange Pause zwischen den Aufnahmen und dem Release aushalten, im Großen und Ganzen ist allerdings alles sehr gut verlaufen – das liegt aber wiederum auch daran, dass wir so professionell von Rouven unterstützt wurden. Die Zusammenarbeit mit allen weiteren Beteiligten ist ebenfalls völlig reibungslos verlaufen.

In welchem Format dürfen wir euer Album erwarten? Gibt es schon ein genaueres Datum für einen physischen Release?
Wir werden im ersten Anlauf eine überschaubare CD-Auflage anfertigen lassen und schauen, wie’s läuft (das Album ist zum jetzigen Zeitpunkt ja noch keine 24 Stunden online). Wie es danach weitergeht, sehen wir dann. Einen festen Termin gibt es dafür bisher nicht – sagen wir mal „bald“.

Sucht ihr derzeit ein Label, oder habt vielleicht sogar schon eins gefunden?
Wir haben unsere Energie bisher vorrangig in die Fertigstellung des Albums gesteckt und uns deswegen über andere organisatorische Dinge noch kaum Gedanken gemacht. Wenn wir irgendwo einen guten Deal erwischen, ist das natürlich top. Wenn wir vorerst alleine weitermachen müssen, ist das für uns auch völlig in Ordnung.

Die Tracks sind sehr atmosphärisch und kühl, um was geht es inhaltlich?
Das Debüt ist kein Konzeptalbum, aber thematisch geht alles in etwa in die gleiche Richtung: Auf „Tongue“ geht es unter anderem um die Angst vor dem persönlichen Scheitern, die Angst vor dem Ausgeschlossensein, und andere Probleme des modernen Menschen, die eigentlich keine sind. Das wiederkehrende Motiv der Wüste lässt sich in mehrerlei Hinsicht als Sinnbild für das Leben des Menschen in modernen Gesellschaften verstehen. Wir haben bereits einige neue Songs und Lyrics in der Pipeline, die einen etwas anderen Fokus haben werden. Unserem Projekt NEGATIVVM lag ein „grundlegendes Misstrauen gegen den Menschen“ zugrunde – diese Linie wird mit TONGUE mehr oder weniger weiter verfolgt.

Wer von euch ist für die Lyrics verantwortlich? Gibt es jemanden von euch der besondere Talente in diese Richtung aufzeigt, oder entstehen die Texte eher aus der kompletten Band heraus?
Die Lyrics auf unserem Debüt-Album stammen alle von mir – das wird sich bei den nächsten Outputs aber bestimmt ändern.

Gibt es Künstler die euren Sound und/oder euren Inhalt beeinflusst haben?
Den größten Einfluss auf das Songwriting und Riffing von TONGUE hat meiner Meinung nach TULUS – auch wenn man diesen Einfluss nicht immer klar heraushört. Ansonsten wären noch einige weitere Bands der zweiten Welle des skandinavischen Black Metals zu nennen, darunter sicherlich beispielsweise DARKTHRONE oder ARCKANUM. Auch modernere USBM-Vertreter haben uns beeinflusst. Was den Inhalt, die lyrischen Themen, die Gestaltung des Artworks sowie die Auswahl der Samples und Ambient-Sounds anbetrifft, ist das Debütalbum mitunter auch stark von Frank Herberts „Dune“ geprägt.

Am 5.12.2015 habt ihr zusammen mit Unru und Shitshifter euren ersten Livegig, wie sind eure Beziehungen zu beiden Bands?
T. von UNRU hat zuvor mit W. und mir bei NEGATIVVM gespielt und – als guter Freund der Band – auf „TONGUE“ einige Guest Vocals beigesteuert. Der Proberaum der SHITSHIFTER-Jungs befindet sich im gleichen Gebäude wie unserer – wir müssen unseren Kram vor dem Gig also nur ein Stockwerk nach oben tragen. Außerdem hat Christian von SHITSHIFTER (zusammen mit Heiland, der ebenfalls bei NEGATIVVM an Bord war) unter seinem ABDRIFT-Pseudonym die stimmungsvollen Ambient-Stücke für unser Album erstellt.

Sind weitere Konzerte, oder gar eine Tour in Planung?
Wir haben (überraschenderweise) direkt nach dem Release des Albums schon einige Anfragen in diese Richtung bekommen. Da wir aber mit TONGUE im Moment noch ziemlich am Anfang stehen, wird sich erstmal zeigen müssen, wie und in welchem Maße wir live aktiv werden können. Es gibt also im Moment noch keine konkreten Pläne – dass wir weitere Konzerte spielen möchten, steht für uns aber fest, klar.

Wie sieht es mit Merchandise aus, wird man in nächster Zeit Shirts, Patches oder derlei Dinge von euch erwerben können?
Bestimmt.

2016 steht vor der Tür, was erwartet ihr euch vom nächsten Jahr?
Was wir erwarten? Keine Ahnung. Wir genießen es jetzt erstmal, das Debütalbum herausgebracht zu haben, und lassen alles Weitere auf uns zukommen. Wie gesagt haben wir schon eine Menge neues Material (das passiert zwangsläufig, wenn man zwischen den Aufnahmen und dem Release fast ein halbes Jahr wartet) und werden zusehen, weiterhin produktiv zu arbeiten. Auch ein physikalisches Release steht auf der To-Do-Liste. Ansonsten hoffen wir für 2016 auf zahlreiche neue Bekanntschaften und viele Gigs mit guter Musik, guten Menschen und gutem Bier!

Das Ende des Interviews naht, wollt Ihr noch was an unsere Leser loswerden?
Danke fürs Lesen. Stay tuned!

Vielen Dank nochmal das ihr euch die Zeit genommen habt und viel Erfolg für die Zukunft!
Sehr gern + danke zurück!

Tongue Review

Atmofear

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