Endseeker – Corrosive Revelation

Endseekerband
2014 scheinen die Sterne über Hamburg ziemlich gut gestanden zu haben, denn zu jener Zeit und an genanntem Ort haben sich Endseeker begründet. Bisher haben die Jungs mit „Corrosive Revelation“ zwar nur eine EP herausgebracht, aber mit diesem Tonträger ist den Hamburgern der Einstieg in die deutsche Death Metalszene mehr als gelungen.

Am 20. August 2015 hat das bei Metalheads hochangesehene Label „F.D.A. Rekotz“ die Norddeutschen gesigned und dementsprechend auch die Debut EP veröffentlicht. Das Endseeker bei genau diesem Label gelandet sind überrascht eigentlich kaum, zählt man bei F.D.A. schließlich auch bekanntere Death Bands aus dem nationalen Raum wie zum Beispiel Chapel of Disease oder Deserted Fear zum Roster. Der Sound vom Hamburger Quintett hat unglaublich viel Potential und sofern die Band weiter so hart arbeiten sollte wie bisher, wird man mit kommenden Tonträgern wohl schnell die eigene Fanbasis weiter vergrößern können.endseekercover Im November letzten Jahres wurde dann mit „Corrosive Revelation“ die erste Scheibe unters Volk gemischt, zu welcher die Kritiken fast ausschließlich positiv ausgefallen sind und das vollkommen zu Recht. Den ersten Pluspunkt bekommen Endseeker für das großartige Artwork der Scheibe. Das von US- Künstler Mark Riddick stammende Cover ist morbide und düster geworden, das Bandlogo ist durch schlichtes, klassisches Design ebenfalls ein Augenschmaus. Nun aber zum musikalischen Teil der 5-Track EP, deren Inhalt sich aus vier eigenen Stücken und einem Cover des Entombed Hits „Supposed to Rot“ zusammensetzt. Der Opener startet mit dreckigen Riffs und schnellen Drums, hier wird komplett auf eine Schonzeit verzichtet. Die Vocals von Sänger Lenny geben dann direkt erste Rückschlüsse auf Einflüsse der Band, denn diese erinnern an die unterschiedlichsten schwedischen Gesangsstile der 90er wie Unleashed, Dismember oder am allermeisten Entombed. Jedoch ist der Gesang kein purer Abklatsch eben erwähnter Vertreter des Death Metal Genres, sondern kann durch Vielschichtigkeit und Abwechslungsreichtum punkten. Das Tempo hält sich beinahe den ganzen Song über hoch, lediglich im Mittelteil gibt es eine brutale Downtempo Passage, welche bei mehrmaligem hören Nackenschmerzen bereiten könnte. Die Geschwindigkeit steigert sich dann, untermalt von wunderbaren Melodien wieder und lässt mit seinen Donnerschlagsähnlichen Tönen keinen Stein auf dem Anderen.
Mit „Attention War“ geht es weiter, und auch hier wird brachial begonnen. Doch wie heißt es in der Allgemeinheit so schön? „Ein Song der mit einem „Uuuuuurggghh“ beginnt, kann einfach nicht schlecht sein!“ und auch hier bestätigt sich diese Weisheit wieder einmal. Drummer Andre hämmert durchgehend auf sein Instrument ein, während die beiden Gitarristen Ben und Jury die Saiten zum Glühen bringen und mit heftigstem Riffing die Atmosphäre verdunkeln. Der von Torsten gespielte Bass baut zusätzlich noch eine dicke unterstützende Soundwand auf. Das Mainriff des Tracks bleibt sofort im Ohr hängen und manifestiert den Song recht schnell zu meinem Favoriten auf der EP.endseeker live
Mit dem dritten Stück unter dem vielversprechenden Namen „Consumed by Desire “ schafft man es weiterhin locker die Messlatte hochzuhalten. Hier wird mit sich langsam steigernden Klängen begeistert, welche dann in guter alter Dismember Manier zum Abriss verleiten. Das Riffing kann ich nicht oft genug betonen oder hervorheben, denn was die 2 Mannen hier vom Stapel lassen ist pures Gold für die Ohren eines Death Metal Fans. Wieder ein gut getimter Zwischenteil mit Gitarrensolo, wieder können die Jungs die harten Klänge ohne Langeweile zu Ende bringen, wieder kann man überzeugen!
Der letzte Eigen kreierte Song „Deployment of the Aroused “ ist melodischer als seine Vorgänger, die Hamburger bauen hier zusätzlich auch noch die Ein- oder andere langsame Passage ein, was dem Ganzen einen weiteren interessanten Anstrich verleiht. Das Entombed Cover ist zwar klasse gelungen, hätte man in meinen Augen allerdings weglassen können, was jedoch nur meckern auf hohem Niveau ist.

Endseeker schaffen es allein durch instrumentellen Einsatz, ein ranziges und äußerst fieses Ambiente zu erschaffen. Die wunderbar abwechslungsreichen Vocals geben dem Sound dann noch die entsprechende Note Authentizität mit und machen diese Scheibe zu einem meiner absoluten Lieblingstonträger des deutschen Death Metals aus 2015. Corrosive Revelation läuft bei mir rauf und runter ohne langweilig zu werden, ich finde bei so manchem Durchgang noch weitere Stellen die mich begeistern können und mir vorher gar nicht aufgefallen sind. Ich für meinen Teil kann die nächste Veröffentlichung kaum noch abwarten und hoffe, dass wir nicht mehr allzu lange darauf warten müssen.
Wer auf morbiden, brachialen und Oldschool Death mit Schwedentouch steht, wird die Debut EP der Hamburger definitiv abfeiern!

Facebook/Bandcamp/Youtube

Atmofear

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