Verheerer – Archar

verheerer
Mit Archar hat das Flensburger Black Metal Duo Verheerer im letzten September seinen Debuttonträger veröffentlicht. Das Demo beinhaltet 4 Tracks und knapp 30 Minuten Spielzeit, ob sich diese halbe Stunde gelohnt hat erfahrt ihr jetzt.

Zwar haben sich Verheerer bereits im Jahr 2008 gegründet und spielen somit mittlerweile knappe 8 Jahre zusammen, doch scheinbar haben die Jungs erstmal reichlich rumprobiert und Ideen gesammelt um diese, oder zumindest ein paar davon dann im Herbst letzten Jahres mit Archar präsentieren zu können.
Der Opener Niederkunft eröffnet mit ruhigem Intro in Form einer düstereren Melodie und baut sich stetig, aber langsam auf. Das Mainriff, welches nach kurzem Solo durch heftige Blastbeats unterstützt wird, ist noch um einiges fieser als die Klänge am Anfang und entführt den Hörer in tiefste, dunkle Kellergewölbe. Der Gesang der dem Gewitter beiwohnt, startet mit einem langen, krächzendem Schrei um dann in gut verständliche, aber auch vor abgrundtiefem Hass strotzende Gesangssphären überzugehen. Die Songstruktur ist interessant gestaltet worden, so hat man neben den heftigen Ausbrüchen ab und an Verschnaufpausen mit eingebracht. Wahrscheinlich um dem Hörer, auf der Flucht vor dem Verheerer kurz Luftholen zu lassen, denn genau diese enge Atmosphäre erzeugt Niederkunft. Man bekommt das Gefühl, von etwas unheimlichem bekrochen zu werden und irgendwie scheint es im Raum auch direkt kälter und feuchter zu werden. Gegen Ende kann das Ambiente, durch zur Stimmung hervorragend abgepasste Samples, weiterhin verdichtet werden.

verheerer

Bei Archar, dem folgenden Track wird nicht lange gefackelt und mit Blastbeat und Killerriff eröffnet. Der Verheerer scheint näher zu kommen und die Gefahr zu steigen, denn die Töne werden treibender und direkter. Die Gitarre ist auch hier wieder ein Highlight und gibt dem Song durch Solos und Hauptriff eine ganz eigene Note. Auch in diesem Stück werden die schnellen Parts durch atmosphärische, schleppende Passagen verstärkt oder durch weitere Samples gestützt. Der Refrain ist melodisch und ziemlich eingängig, womit er bei mir ziemlich schnell einen Stein im Brett hatte.
Dritter und gleichzeitig auch am brutalsten startender Track der Scheibe ist Totenkult. Brachiales Schlagzeug, schleppendes, weiterhin absolut finsteres Riffing und ein langer Schrei, eröffnen. Das Tempo wird aber relativ schnell wieder gedrosselt und fährt, bis zu einem erneuten Gitarrensolo in eher ruhigen Gewässern. Die Atmosphäre bleibt düster, mystisch und weist, wie man mittlerweile klar erkennen kann auch einen roten Faden auf. Der Song hält den Hörer weiterhin in dunklen, nasskalten Gewölben fest und der Angstschweiß fließt weiterhin unaufhörlich.

verherBei Verheerer, dem letzten Track, wird erneut mit hohem Tempo gestartet um kurze Zeit später in langsamere Parts überzugehen. Die Wechsel zwischen den treibenderen und den ruhigen, atmosphärischeren Passagen, finden häufiger statt und geben dem Song ein wenig Auflockerung. Er vermittelt dem Hörer ein Gefühl der Erlösung, so als hätte man sich aus den Klauen des Verheerers befreien und flüchten können. Im Mittelteil halten die Jungs dann noch eine kleine Überraschung, in Form von Orgelklängen, bereit.
Das Stück ist ein würdiger Abschluss um diese halbstündige Reise zum Ende kommen zu lassen. Ein weiteres Lob meinerseits gibt es für das wunderbare Artwork, selten hat mich ein Cover so tief in seinen Bann gezogen und im Nachhinein betrachtet, kann man auch sagen das es absolut zum musikalischen Inhalt passt.

Mit Archar hat das Flensburger Duo ein richtig gutes Debut hingelegt und vielerorts Begehren nach einem weiteren, längeren Tonträger geweckt. Durch eine dichte und unglaublich finstere Atmosphäre, die sich von Anfang bis Ende halten konnte, so wie die gelungenen, abwechslungsreichen Riffs, ist dieses Demo definitiv eine der besten Erstveröffentlichungen aus nationalem Raum auf die ich im letzten Jahr gestoßen bin.

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Atmofear

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