Void Obelisk im Interview

voNachdem wir vor kurzem schon ausgiebig über das, demnächst bei META MATTER RECORDS erscheinende, Debutrelease der Sludge/Elecdrone Combo VOID OBELISK geschrieben haben, sind wir den Jungs etwas auf den Leim gegangen und haben ein paar Dinge zur Band, zur Scheibe und auch zu den Plänen des Quartetts in Erfahrung gebracht.

Hey VOID OBELISK, toll das ihr die Zeit und Bock habt uns Rede und Antwort zu stehen. Da ihr noch recht neu seid, fangen wir einfach mal bei der Ursuppe an. Wer verbirgt sich denn hinter eurem äußerst interessanten Projekt? Ihr habt angemerkt, man kann es auch deutlich raushören, dass ihr aus unterschiedlichen Genres stammt. Euren Basser habe ich schon mal bei Geäst gesehen, der Rest ist mir jedoch noch unbekannt. Also Wer und Was ist VOID OBELISK?
//Void Obelisk:
Wir bestehen aus vier musikalisch total unterschiedlich sozialisierten Geräuschfetischisten, die sich unter dem Zeichen des Elecdrone zusammengefunden haben und sich auf ihre je eigene Weise für düstere, harte Klänge begeistern.
//Nik:
Ich komme mehr aus der Metal-Ecke: Eigentlich am Anfang Thrash-Metal der 80er, dann eher in Richtung Prog Metal. Mit Void Obelisk habe ich die Liebe zu großen Boxen und noch größeren Verstärkern entdeckt. Das ist tatsächlich die Musik die ich schon immer machen wollte.
//Daniel:
Wie du schon angemerkt hast, habe ich bei geÄst (R.I.P.) Bass gespielt. Meine Wurzeln liegen allerdings im Thrash/Speed Metal. Über geÄst, hin zu Void Obelisk hat sich das dann langsam aber sicher entschleunigt. Void Obelisk ist für mich eine Band, in der ich meinem Hang zum Experimentieren und Soundtüfteln voll ausleben kann.
//Chris:
Ich habe früher viel in Hardcore- und Noiserock-Bands gespielt, habe mich lange eher aufs DJing konzentriert und habe jetzt einfach wieder Bock, mal Krach zu schlagen. Musikalisch fische ich in allen Gewässern, bin u.a. Riesen-Fan vom Pop der 60er und 90er-Indie. Mit Void Obelisk möchte ich vor allem düstere und beklemmende Musik erschaffen und meinen Casio-Keyboard-Fetisch ausleben.
//Flix:
Originär bin ich ein Kind des Lärms mit einer Affinität für die Vielschichtigkeit der Tonalität. Demnach fühle ich mich vornehmlich in den Bereichen zwischen den Frequenzen althergebrachter Genres wohl. In den vergangenen Jahren habe ich mit der Berliner Band Contravolta die Grenzen zwischen Pop, Noise und Artcore ausgelotet. Meinem Grenzgängertum kann ich nun auch bei Void Obelisk mit einer gehörigen Portion Dröhnen frönen. Ansonsten mag ich schwimmen, reiten und Pferderomane der 1970er und 1980er Jahre.

Mit A JOURNEY THROUGH THE TWELVE HOURS OF THE NIGHT habt ihr euren Debuttonträger released und diesen direkt mit spannendem Konzept versehen. Könnt ihr vielleicht etwas näher auf das Konzept eingehen? Wieso habt ihr euch gerade für diesen Inhalt entschieden?
//Void Obelisk: 
Wir hatten nicht geplant ein Konzeptalbum zu machen, aber wir haben es gemacht. Als Grundlage dienten Niks Übersetzungen und Interpretationen der ägyptischen Hieroglyphen, die die Reise des Toten durch die Unterwelt beschreiben. Die alten Ägypter glaubten an ein Leben nach dem Tod und das Totenbuch ist voll von Beschreibungen der wichtigsten Stationen, die der Tote bei seiner Reise durchschreitet, ist sozusagen eine Art Anleitung und voll illustrierter Reiseführer der Unterwelt. Dieses komplexe und düstere Thema eignet sich unserer Meinung nach hervorragend für eine Doom-Interpretation. Wir mussten also nicht viel mehr tun, als die bildhafte Sprache der Quellen in Töne und Lautmalerei zu übertragen. Nach einigen Monaten der Klangbastelei hat sich dann eins zum anderen gefügt.

Habt ihr, außer unserem Review, schon Rückmeldungen erhalten?
//Void Obelisk: 
Na klar! Aber die Apothekenumschau hat uns aus unverständlichen Gründen null von fünf Spritzen gegeben.

vobandWar das benutzen obskurer und eher unüblicher Instrumente von Anfang an geplant, oder ist diese Idee erst in Jamsessions entstanden und nach und nach gereift?
//Void Obelisk
Es ist so, dass wir viel jammen, und Chris fing irgendwann damit an, alte Casios und andere Flohmarkt-Instrumente anzuschleppen. Flix war ohnehin bereits mit einer Menge Krachkram im Gepäck in den Südwesten gezogen. Ergänzt um Daniels Synth-Park haben wir dann begonnen zu experimentieren. Stimuliert durch immer wieder neu erschaffene Soundsphären begannen wir, uns einen regelrechten Radio-Friedhof zuzulegen. Letzte Anschaffung war Niks unglaublich fetter Fußbass. Wer hat denn festgelegt, dass ein Gitarrist nur seine Hände benutzen sollte? Sehen wir – und insbesondere Nik – gar nicht ein.

Physisch kommt euer Album erstmal als CD auf den Markt. Wie kam es denn dazu, dass META MATTER RECORDS auf euch aufmerksam geworden ist?
//Daniel:
Stef von Meta Matter Records ist schon mehrere Jahre mein Proberaumnachbar. Schon zu geÄst Zeiten hat man sich des Öfteren gehört (10cm Wand ist einfach zu wenig Schallschutz vor den mächtigen Black Shape of Nexus). Ich habe ihn kurz vor Weihnachten angeschrieben und gefragt, ob er nicht Lust hätte, unsere Songs rauszubringen, und er sagte nach kurzer Zeit zu. Das Ganze ist recht unspektakulär abgelaufen, aber wir sind mehr als zufrieden mit Stefs Arbeit. Seine Freundin Lena ist auch für das Layout und Artwork der Platte verantwortlich. Wir schätzen einfach den freundschaftlichen und direkten Kontakt zu ihm. Insbesondere sein Enthusiasmus und seine Leidenschaft für Musik der etwas anderen Gangart, hat uns schwer beeindruckt.

Sind andere Formate, sprich Tape oder Platte, geplant?
//Void Obelisk:
Aktuell nicht. Bei der Länge der Songs würde auch nur eine Doppel-Vinyl funktionieren, und das ist leider recht kostspielig. Wir sind aber offen für Angebote.

void obeliskWie kann sich der Hörer den Livegig vorstellen? Ist die meisten Bühnen nicht zu knapp bemessen?
//Nik:
In der Tat kann es schon mal eng auf der Bühne werden, von uns spielt ja jeder Synthesizer und die Amps und Effekte brauchen schon viel Platz. Für unseren Sänger Flix bleibt dann häufig kein Platz. Anstatt ihn zu Hause zu lassen, wälzt er sich aber meist vor der Bühne durch das Publikum.

Könnt ihr vielleicht schon etwas dazu sagen, ob euer Konzept auf folge Tonträgern fortgeführt werden wird, oder zumindest eine Anlehnung zur Debatte steht?
//Void Obelisk:
Zum jetzigen Zeitpunkt ist keine Fortsetzung geplant. Wir sind eine vielschichtige Band und offen für neue Inspirationen.

Wo wird man euch denn in nächster Zeit live erleben können?
//Void Obelisk:
Auf unserer Release-Party beim „End of Music“-Festival in Heidelberg, das am 17. und 18.Juni stattfinden wird. Neben Void Obelisk, werden auch Mantar, Boden, Ahab, Stagwounder, Soldat Hans und BSON aufspielen.

Wollt ihr noch etwas loswerden?
//Daniel:
Eat / Sleep / Rakete

Komplettes Review

ATMOFEAR

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