Ghost Noir – The Hell Demo

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Es gibt Begriffe, die lösen sobald sie in den Äther gefeuert und gehört wurden, chemische Reaktionen im Kopf aus, die von nostalgisch verklärt bis zu peinlich berührt reichen. AOL, Wedding Peach oder Horror-Punk sind da nur ein paar Beispiele. Letzteres ist hier allerdings das Stichwort, denn die Gothic-Jünger von Ghost Noir schreien ihre erste Demo „The Hell“ in die Welt.

Ich kann mich noch gut an meinen ersten Berührungspunkt mit dem optisch aufgebretzelten, inhaltlich deutlich flacheren Cousin vom Hardcore Punk erinnern. Auf einer kleinen Show, organisiert durch ein Jugendhaus, liefen zwischen zwei J-Rock Bands die Misfits und was soll ich sagen? Mein pubertäres Herz schlug schneller weil es Punk war und nach ausgiebiger Recherche fand ich dann heraus, dass das Genre auch gerne mal mit dem Kontrabass, Rockabilly, schmierigen Frisuren und den 50er Jahren liebäugelt. Nicht so geil.
Dementsprechend war ich gespannt als ich in den Tags zwischen Metal und Hardcore eben auch Horror-Punk ausfindig machen konnte. Und die gute Nachricht gleich vorweg, wer hier „The Electric Frankensteins“ befürchtet, fürchtet umsonst. Platte Elvis Imitatoren auf Swing-Riffs sucht man bei der gesamten EP vergeblich.
Die andere gute Nachricht lautet, dass Paul, Brandon, David, Billy und Curt hier eine wirklich ordentlichen Start hingelegt haben, der irgendwo zwischen angepissten Hardcore Punk und Post-Hardcore pendelt. Energie geladenen Parts, sowie melodiöse Aufbauten geben sich hier die Hand und lassen das manchmal etwas eintönige Schema der Songs schnell vergessen. Ghost Noir zählen AFI zu einen ihrer größten Einflüsse und das spürt Mensch durchaus hier und da bei der Gitarrenarbeit, an sich steht das Debut aber für sich und erinnert beim letzten Track sogar kurz an Bands wie The Saddest Landscape oder Pianos Become The Teeth. Vor allem für eine Debüt Demo mehr als amtlich und lässt einen mit Lust auf mehr zurück im Raum.

Das ganze Projekt ist taufrisch und ich bin mehr als gespannt auf den Werdegang. Einziger negativ-Punkt ist wohl das die Jungs aus Virginia Beach kommen und ich wohl so schnell nicht in den Genuss eines Live Auftritts kommen werde.

Facebook/Bandcamp

IROQUOI PLISKIN

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