12.06.2016 // Rote Flora // Ronny Mag Konzerte // w/ Chaver & Old Soul

12.07. flyer Es war Dienstagabend, der 12. Juni 2016, RONNY MAG KONZERTE veranstaltete in der Roten Flora in Hamburg ein Konzert mit CHAVER und OLD SOUL. Wie gewohnt von dem Veranstalter und der Crew, erwartete einen großes Kino mit Liebe zum Detail. Auf dem Hinweg haben wir zwei rote Ampeln, sowie einen geplatzten LKW-Reifen überfahren und lecker veganes Gelato aus dem Hörnchen gegessen. Ich habe CHAVER auf ihrem dritten Besuch in der Roten Flora begleitet und mir den Abend aus nächster Nähe angesehen. Fünf Minuten nach der Begrüßung fragte der Veranstalter bereits liebevoll: „Was ist denn jetzt mit dem Korn? Ich hab extra Korn für euch geholt!“ 

So wie sich mit der Zeit die Flasche leerte, füllte sich auch der Konzertsaal. CHAVER haben den Anfang gemacht.
Es dröhnte ein fieses Feedback aus den Verstärkern, das Schlagzeug begann zu stampfen und wurde unterstützt von einem drückendgezerrten Basssound und einer einprägsam gespielten Gitarre.12.07. chaver_live
„outlawed, eschewed and ignored / hungry and chained, unsecured / go for it, tempt me more!“ kreischte der Sänger verzweifelt in das Mikro, woraufhin das D-Beat Inferno, unterbrochen von stampfenden Breaks, bei denen man am liebsten von links nach rechts durch den Raum alles zerstören wollte, entflammte. Es waren um die zwanzig Minuten roher Gewalt, die die drei aus Halle an der Saale dem Publikum ventilartig ins Gesicht spuckten und mit eingängigen Gitarrenriffs à la Troopers würzten. Gespannt lässt auf das erste Solorelease der Jungs hoffen.

12.07. kornAls die ersten Töne der zweiten Band dieses Abends aus den Boxen zu schweben schienen, saß ich noch im Backstage und habe die letzten Reste der Kornflasche zu der Mate in meinem Becher gekippt. Der Konzertsaal war für einen Dienstag gut gefüllt. Etwas um die vierzig Leute. Da ich nicht der größte bin und eine Vielzahl von Leuten vor mir stand, konnte ich zu Anfang nicht wirklich sehen, wie OLD SOUL das gemacht haben, was sie taten. Plötzlich tippe es mich an meiner Schulter an und hinter mir stand der Veranstalter mit einem Stuhl und sagte mit einem Lächeln: „Hier für dich, damit die Presse nur Gutes schreiben kann.“ Endlich wusste ich, wie sich Basketballspieler fühlen müssen. Schwebende Emo-Parts der drei Gitarren lösten sich von Zeit zu Zeit zum zerreißenden Geschrei des Sängers und fanden ein Ende in präzise zermürbenden Blast-Beats des Drummers. Nicht nur bei mir haben die Jungs bleibenden Eindruck mit ihrer Dreamo-Black Metal Maschine hinterlassen, auch der Rest des Saales schien als hatte er sich weggeträumt und fallen lassen bis die Becken ein letztes Mal ausgeklungen sind und die Amps ausgeschaltet wurden.

OLD SOUL aus Michigan sind momentan auf ihrer Abschiedstour in Europa, beziehungsweise ihrer vorerst letzten, vor einer Pause auf unbestimmte Zeit.12.07. einlass Fünf sympathische Typen, die Frau des Drummers, 33 Konzerte und ein Leben im Bus. Wo sie schon überall waren oder wo es noch hingehen würde, konnte mir der Sänger nicht sagen. Stattdessen schwärmte er von Amsterdam, deren Legalitätsnatur, Trüffeln und miesen Erlebnissen auf der Straße, verzapft von noch mieseren Bookern. Wer dieses Jahr zum Fluff Fest fährt, sollte sich diese Band auf keinen Fall entgehen lassen. Es könnte das letzte Mal sein.

Chaver Bandcamp
Old Soul Bandcamp
Trailer zur Show

RICHARD ARNO

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