Zeit – Gram EP

gramVor nicht allzu langer Zeit haben 3 Mannen aus Leipzig mit GRAM einen düsteren, dreckigen und unglaublich verzweifelten Tonträger herausgebracht. ZEIT, so der Name dieser sächsischen Combo, spielen finsteren Blackened SludgePunk mit deutschen Texten und Klängen genauso grau und verzweifelt, wie das Coverartwork der EP.

Mit GRAM hat das Leipziger Trio ZEIT einen von vornherein schon mal wunderbar gestalteten Tonträger veröffentlicht, der nicht nur durch das hiesige Artwork bombastisch ist, sondern auch mit der Aufmachung des Tapes, wie zum Beispiel den Verschluss mit einem Wachssiegel,0007326710_10 ein absoluter Hingucker in jeder Sammlung ist. Fünf Songs befinden sich auf der Kassette, deren deutschsprachige Titel mein Interesse schon lange geweckt hatten. Der Opener ERWACHT beginnt langsam und schleppend, mit schwermütig, melancholischem Riffing, so wie gemächlichem Drumming, dass dann durch widerlichste, nach Moorleiche klingende Vocals geschmückt wird. Das Riffing schafft es  aber relativ schnell eingängig zu werden und bleibt dabei nicht minder depressiv. Die aufkeimende Atmosphäre ist absolut trostlos und verzweifelt, was in Kombination mit dem Cover einfach authentisch und richtig dicht wirkt. Man verspürt den Eindruck in einer staubigen postapokalyptischen Welt gefangen zu sein und sich diesem Grau komplett hingeben zu müssen. Mit der äußerst harmonischen Mischung aus räudigem, rotzigem Sludgepunk und Depressivem Black Metal haben ZEIT definitiv etwas in die Waagschale geworfen, doch sich selbst für das Risiko des nichtgelingens belohnt. Hier bekommt man von Blastbeat bis Ohrwurmriff eigentlich alles abzugreifen, was ein gutes Release so braucht. Die Texte helfen dem Hörer sich in den Tonträger rein versetzen zu können, da sie unglaublich gut zu schon erwähntem Artwork und den gespielten Klängen passen.
An der Produktion hätte man meiner Meinung nach noch etwas pfeilen können, denn der Bass bleibt auf der kompletten EP ziemlich blass und die Vocals könnten auch noch etwas mehr zünden. Da ich die Jungs am 26.8. live erleben werde, werde ich meine Eindrücke hier nochmals schildern, denn der Sound ist auf jeden Fall richtig gut, nur fehlt an der einen oder anderen Stelle noch das Gewisse etwas.

Wenn bei der nächsten Scheibe die Produktion noch etwas angekurbelt wird und die Vocals vielleicht einen kleinen Hall oder etwas in der Art versetzt bekommen können, kann sich ZEIT mit Sicherheit schnell in der deutschen Sludge Szene festbeißen. GRAM ist ein wunderbar atmosphärischer, nachdenklich machender Tonträger, der vor allem an grauen oder regnerischen Tagen seinen Charme entfalten kann.

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