BST – Die Illusion

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„BST“ steht für „Blut Schweiß Tränen“, ein deutsches Doom-Projekt welches schon 1994 gegründet wurde. Jedoch wurde erst 2012 das Debütalbum „Die Illusion“ aufgenommen, mit dem ich mich heute befassen werde. Generell darf man den vier Hamburgern unterstellen eher klassischen Doom der 90er Jahre zu spielen, jedoch erstrahlt dieser in neuem Glanz. Mit Doom der 90er meine ich dabei Bands wie z.B. Warning oder Count Raven.a3939340927_10Schleppende langsame Musik, in der die E-Gitarre das ein oder andere langgezogene Solo von sich gibt und wirklich gut durchdachte Melodieverläufe erschafft. Dabei ist das Ganze auch garnicht mal so stumpf gehaltener Doom – wenn auch sehr klassischer. Die Stimme des Sängers erinnert irgendwie an eine Mischung aus Punk und dreckigem Heavy. Dreckiger, eher tiefer, klarer Gesang. Die Texte zeugen dabei von Melancholie, Depression und Hoffnungslosigkeit. Auf der CD oder LP sind sechs Lieder mit circa 50 Minuten Spielzeit. Die Songs sind im Schnitt sieben bis acht Minuten lang. Das Cover ist sehr simpel gehalten und zeigt eine Statue. Gehalten wird das Ganze in schwarz, weiß und grau. Nur das Logo gibt dem Cover etwas farblichen Glanz in Form von dunklem Lila.

Jetzt möchte ich noch etwas genauer auf ein paar Songs eingehen. Zuerst der zweite Titel des Albums Die Illusion. Das Werk beginnt mit einer typischen, durch Bass und Gitarre verzerrten Sound-Wand, die sich erst einmal ohne Schlagwerk ihren düsteren Weg bahnt. Die ein oder andere zusätzliche melodische Note der Gitarre erklingt, bis letztendlich das Drum einsetzt. Nun setzt der Sänger ein. Die Stimme ist wohl eher gewöhnungsbedürftig, vielleicht ist es auch befremdlich Doom auf Deutsch zu hören, jedoch finde ich beides keinesfalls schlecht. Man zeigt hier Mut für Neues auch wenn man ja schon seit 1994 existiert. Die Texte sind sehr gut verständlich und laden fast schon zum Mitsingen ein. Dann wird es still und nur die Gitarre spielt kurz, bis alle wieder zum Refrain einsetzten. Der Sänger wird dabei in seiner Stimmfarbe heller und auch höher, was ich ausgesprochen gut finde! Spätestens jetzt ist die epische Verzweiflung, die Doom so gerne erschafft, erreicht. Die leicht „slugig“ angehauchten Gitarren unterstützen die Sound-Kulisse noch einmal mehr. Ein kleiner Kritikpunkt ist das Drum. Dieses müsste meiner Meinung nach mehr scheppern. Wer The Black Heart Rebellion schon live gesehen hat weiß was ich meine. Aber das ist Kritik auf hohem Niveau.
0000932791_10Zum Zweiten möchte ich über den dritten Song des Albums „Die Lüge“ reden. Der Anfang erinnert mich schon stark an Warning oder 40 Watt Sun – zumindest in der Instrumentierung. Wieder nutzt der Sänger seine hohe Stimme und hat mich damit schon wieder komplett überzeugt. Ich kann jedoch nicht genau sagen ob ich die Texte gut finde oder es mir dann doch zu klischeemäßig ist. Aber in Anbetracht dessen, dass die Herren vermutlich die frühen Zeiten des Doom miterlebt haben ist es eigentlich wieder okay, da es wirklich komplett alte Schule ist. Zurück zum Song. Diesmal wird mehr Augenmerk auf die Gitarre gerichtet, die nicht nur Beiwerk ist sondern oft die Möglichkeit hat schleppende, hohe Töne aneinander zu reihen, was hier auch ausgezeichnet funktioniert.
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Fazit:
BST schaffen es genau das zu machen, was man von ihnen erwartet: Doom der alten Schule, der einem jegliche Hoffnung raubt und einfach verdammt episch dabei wirkt. Man tüftelt wohl gerade an einem neuen Album, jedoch lohnt es sich für jeden Doom-Fan der sich nicht an deutschem Gesang stört, sich das Album Die Illusion zuzulegen. Das Beste, die LP (180g) gibt es für 12€ bei Bandcamp, was ich für einen angemessenen Preis halte! Auch an Abwechslung fehlt es dem Album nicht. Der ein oder andere Black Sabbath Einschlag ist auch mal zu hören, sowie mehrstimmiger Gesang. Man merkt wirklich wie die Band Freude am Experimentieren hat und trotzdem ihr Genre nicht verlässt. Alles in allem ein sehr solides Werk!

Bandcamp / Facebook

-SWIPAL

 

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