TRVEFRYKT ZINE

YC – CY – s/t Demo

ycSaftiger Noise Rock aus der Schweiz gefällig? YC-CY haben sich mit ihrem s/t DEMO direkt in meinen Kopf gebrannt und durch ihren leicht gruseligen, komplett nihilistischen und melancholischen Mix aus Noise Rock, Grunge und Garage Punk, sollten die Schweizer das auch bei dem Ein- oder anderen von euch schaffen können.

HORNISSE so der Titel des Openers, reißt von der ersten Sekunde an richtig ab. Brachiales Gewirbel mit grandiosem emotionalen Post Punk Gesang, der einfach alles zersägt. Noise Rock Riffs gibt es dann aber auch noch abzugreifen, so wird im Mittelteil mit Schwere anstatt durch Tempo überzeugt. Highlight des Titels ist allerdings das Ende, wo eine wahre Explosion aus Frustration, Nihilismus und inneren Konflikten hoch geht und die Kinnlade runterklappen lässt. Die angepisste Stimme brüllt Wortfetzen wie „No One Feeds You, No One Needs You“ raus und genau dieses Gefühl ruft die dargebotene Musik bei mir hervor. Hier besteht definitiv Ohrwurmgefahr!

WOLF, lässt dann vom Namen her irgendwie direkt einen weiteren wütenden, gefährlichen Song erwarten. Begonnen wird mit Noisigem Riff, das das Ambiente sofort verdunkelt und verdüstert. Unterstützt wird die Melodie von den schon erwähnten, angepissten und melancholischen Vocals, welche nicht oft genug von mir gelobt werden können. WOLF schleicht sich bis zum Mittelteil in diesen Gewässern rum, in dem man dann einen wunderbar atmosphärischen Part eingebaut hat, der mit den Textzeilen „You Dont Kow Anything About Me“ kommendes Unheil einleitet. Die Stimme wird jetzt merklich frustrierter und beginnt die Lyrics nun herauszuschreien. Der Anfangs erwartete Kraftausbruch bleibt dennoch aus, ist aber nicht schlimm weil der Titel auch so komplett überzeugen konnte.
Weiter geht es mit SPECHT , welcher chaotisch umherwirbelt und eine relativ wirre Songstruktur bietet. Man fühlt sich in einen Mahlstrom aus Gefühlen, Erinnerungen und Ängsten gezogen, an dessen Ende angekommen mit Break und schneidendem Riff auf die Ohren des Hörers eingekloppt wird. Auch hier baut sich die Atmosphäre wieder schleichend und eher hypnotisch, ruhig auf, um dann am Ende zu explodieren und völlig aus dem Ruder zu laufen
GEPARD ballert, wie vom Namen erwartet, los und überzeugt von Beginn mit wunderbarem Riffing und zur Stimmung passenden Noisesounds, die im Mittelteil intensiviert werden und die Oberhand gewinnen können, was der Scheibe irgendwie noch einen neueren, besseren Glanz verleihen kann. Auch die Gitarre scheint in diesem Track über sich hinaus zu wachsen. Nihilismus und Frustration ist aber immer noch, wie zu Beginn, vorhanden und bestimmend.
Die HYÄNE senst nun direkt mit eiskalter, schauderhafter Melodie eine Schneise durchs Hirn des Hörers. Die Vocals fahren nebenher einem Geist ähnelnd, den produzierten Tönen entlang, bis sich die Instrumente vollends melden und das Tempo etwas angezogen wird. Garage Post Punk mit wunderbaren Noise Elementen erwarten uns im Rest des Songs, der schon derbe Bock auf mehr gemacht hat!
KLAPPERSCHLANGE führt dann wieder zurück zum Garage Post Punk. Strudelige Math Melodien und verzweifelte Schreie sind an dieser Stelle erstmal tonangebend, bis sich die Stimmung wandelt und etwas ins Verrückte oder gar psychopathische abdriftet. Man hat das Gefühl, dass der Protagonist vollends durchdreht und seinen Verstand verliert. Einfach der Hammer, wie gut das Ambiente und die Musik hier miteinander agieren und voneinander profitieren.
Die SPINNE wird mit ruhigen und spannungsteigendernden Klängen eröffnet und endet nach kurzer Zeit in einem absolut heftigen Gewaltausbruch voller Selbsthass und Hoffnungslosigkeit. Hier wird mal eben die Seele aus dem Leib gekotzt. Doch so ruhig wie der Track begonnen hat, endet er dann auch wieder in vollkommener Leere.
HAIFISCH ist nun an der Reihe und hier wird mit hoffnungsloser Atmosphäre eröffnet. „QUIET THERES NO ONE AROUND“, auch in diesem Stück ist wieder komplette Kongruenz zum Sound vorhanden. Der Song hat jedenfalls deutlich mehr Gewicht im Grunge und Noise Rock, denn ruhige, aber dennoch aggressiv wirkende Riffs und Vocals gehen sofort unter die Haut und lassen auch diesen Track zu einer Reise durch die eigene Gefühlswelt werden.
Wir nähern uns dem Ende, der vorletzte Track ist GÜRTELTIER und dieser startet mit einer richtig fetten Bassline und Noise Backgroundsounds. Diese zum zerreißen gespannte Atmosphäre hält bis zum Schluss hin an und verzichtet gegen hin auf die Noisegeräusche, was dem Ambiente aber nichts abtut.
Beendet wird die Scheibe mit LIBELLE und am Schluss wird hörbar nochmal alles rausgehauen und weggeblasen was noch nicht umgewalzt wurde. Der Song punktet durch atemberaubendes Tempo und tief verwurzelte Wut. Ein deutlich spürbarer Selbsthass oder gar Ekel ist hier nicht mehr zu leugnen, was die LP einfach unglaublich authentisch erscheinen lässt und sie gekonnt beendet.
YC-CY haben hier ein klasse Demo hingelegt, das sicherlich noch die ein oder andere Runde durch meine Boxen schmettern wird. Wer sich schon immer eine nihilistische Mischung aus Grunge, Post Punk, Garage Punk und Noise Rock gewünscht hat, bekommt hier seinen Wunsch erfüllt. Geniale Melodien, dichte Atmosphäre und ultra gute Vocals, lassen mir das Wasser im Mund zusammenlaufen, bei dem Gedanken an ein komplettes Liveset der Band!

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