Morbid Catacombs Fest IV- 2016

mcAm 02. und 03. September rief zum nunmehr 4. Mal das MORBID CATACOMBS FEST seine Besucher in den Tiefgrund Berlin. So machten auch wir uns bei bestem Sommerwetter auf den Weg– ohne Tickets, denn einen Vorverkauf gab es dieses Mal (im Gegensatz zu letzten Jahr) nicht. Die große Preisüberraschung blieb trotzdem aus, beide Tage kosteten 35€ – bei dem Bandangebot also ein mehr als fairer Preis. Für alle, die den Tiefgrund nicht kennen: Eigener Biergarten und normale Getränkepreise in einem gepflegt-abgeranzten alten Gebäudekomplex. Top! Aber genug zum Drumherum, es spielten ja auch noch Bands…

FREITAG:
Den Auftakt machen am Freitag pünktlich NUCTEMERON, die in straighter Lack-Leder-Spandex- Nieten Uniform 30 Minuten lang oldschooligen Blackthrash runterbolzen. Das geht im Gesamtkonzept so gut klar, dass sich schon bei der ersten Band einige Bewegung vor der Bühne zeigt. Danach folgen direkt die etwas progressiveren Blackthrasher von SPEEDWHORE. Hauptsächlich werden Songs vom (geilen!) Album The Future is now gezockt, aber auch ein paar neue von der demnächst erscheinenden LP. Zwar hält sich die Bewegung auf der Bühne hier etwas in Grenzen und der ballerige Sound verschluckte die eine oder andere Melodie, trotzdem bockt das ganze ziemlich und macht jetzt schon Lust auf Album nr. 2!
Nach weiteren 30 Minuten folgt die ultimo – triple – Abrisskombi des Abends, beginnend mit niemand anderem als VIDARGÄNGR: Meine Fresse, obwohl die Jungs schon beim PartySan derbe stark waren, ist das hier noch mal ein Level drüber. In eine dicke Nebelwand gehüllt, wummern die Leipziger mit ihrem Oldschool Black/ Death Gemisch ohne große Pausen und Ansagen einfach alles nieder. Es würde mich kein Stück wundern, wenn man diese Kombo demnächst auf weitaus größeren Bühnen zu sehen bekommt, so stimmig sind Sound und Bühnenpräsenz. Nach ganzen 50 Minuten Geballer bleibt eine ordentlich geflashte Menge zurück, als nächstem am Ruder: CRYPTIC BROOD. Die Wolfsburger Doom-Death Truppe hat es nicht so ganz leicht nach ihrem imposanten Vorgänger, was man auch an der anfangs etwas reduzierten Zuschauermenge bemerkt. Das fängt sich jedoch innerhalb der ersten Minuten, denn in Sachen Energie wird auch hier ganz großes Kino geboten! Das Trio spielt sich durch teils hektische-, teils doomig langsame Passagen mit abrupten Tempowechseln und ist damit als erste ‚langsame‘ Band des Abend eine willkommene Abwechslung. Vor allem das manische Gekeife von Sänger/ Drummer Steffen hebt sich dabei geil vom bisherigen Gesangssound ab.
Dritte im Bunde und der gefühlte Headliner des Abend sind nun NOCTURNAL WITCH, welche letztes Jahr bereits spielen sollten, jedoch absagen mussten. Dass die Vorfreude im Publikum hier groß ist, merkt man deutlich am großen Aufgebot langhaariger Kuttenträger vor der Bühne (mich eingeschlossen), während die Band noch am Aufbauen ist. Was dann folgt, sind ca. 45 Minuten Blackthrash vom Feinsten, inklusive rabiatem Moshpit. Die Songs stammen alle vom Album Summoning Hell, dazu gibt’s noch ein Cover von Witching Hour. Nach dem vom Publikum begeistert mitgesungenen H.M.S.S. ist dann auch Schluss und wir treten erschöpft den Heimweg an, EXECRATION haben wir somit erfolgreich verpasst. Naja, man kann ja auch nicht alles haben.

SAMSTAG:
Nach einem Tag voll Stadtbummel und Bier Trinken am Kanal machen wir uns also erneut auf den Weg zum Tiefgrund, denn es gibt ja noch Tag 2. Noch ordentlich begeistert vom Abend zuvor, sind unsere Erwartungen entsprechen hoch, als mit JT RIPPER die erste Band des Abends bereits 19.40 die Bühne betritt. Irgendwie kann deren flotter Blackthrash-Mix dann aber noch nicht so richtig schocken, obwohl das ganze im Publikum schon seinen Anklang zu finden scheint. Die darauf folgenden TRANSILVANIA und MALEFICIENCE ähneln in Sachen Look und Sound auch dermaßen einander, dass diese Runde an den Biergarten geht und wir von beiden Bands nur ein paar Songs mitbekommen. Leider fehlt hier auch einfach die Abwechslung im Programm, und 3 Oldschool Black-Speed-Thrash Kappelen am Stück verlieren auf die Dauer irgendwo ihren Reiz…
Naja, nach einem Besuch der benachbarten Späti ist die Hoffnung in DEATHCULT somit um so größer – und wird auf ganzer Linie belohnt! Die Schweizer knallen ein grooviges Oldschool-Death Brett nach dem anderen ins Publikum, ohne dabei eintönig zu werden. Ganze 50 Minuten lang zeigen sie sich dabei ziemlich motiviert auf der Bühne, was auch direkt auf’s Publikum überspringt.
Kaum zu glauben, aber war: POSSESSION spielen zum ersten Mal auf dem Morbid Catacombs! Entsprechend werden die grimmigen Belgier hart abgefeiert, vor der Bühne wird kräftig abgemeddlt – das volle Programm! Hiernach muss erst mal wieder eine Pause sein, der PENTACLE fast zum Opfer fallen – fast, da wir zu den letzten 3 Songs noch rechtzeitig wieder da sind. Anscheinend jedoch wurde nicht so viel verpasst, da die nach Deathcult und Possesion erneut hohe Messlatte in Sachen Bühnenpräsenz hier irgendwie etwas verfehtl wird. Macht nix, den Fans hats dem Applaus nach trotzdem bestens gefallen.
Nun aber folgt der heutige Headliner, DIVISION SPEED aus Leipzig.Nach dem etwas durchwachsenen Samstag sind die Erwartungen nun hoch – und werden um das 50-Fache übertroffen! In grob 50 Minuten wird einfach alles zerlegt, ab dem Opener Panzerkommando einfach durchgehend Gas gegeben. Zwischen den Songs ertönen neben ein paar Ansagen von Sänger Seitz, der sich heute für den „Bierbauch und Lederjacke“ Look entschieden hat, Intros vom gleichnamigen Debutalbum.

Fazit des Festivals:
Nachdem ich nun zum 2. Mal in folge dabei war, werde ich auf jeden Fall ein 3. Mal wiederkommen! Tolle Location, faire Preise und ein top Underground – Feeling, von den Ketten an den Bühnendecke bis zur zugeklebten Toilette.

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PfeffiPowerviolence

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