Konzertbericht – TRIAC/BACKSLIDER/SNAKE TONGUE (10.10.16. Gerber 3, Weimar)

triac-weimarAuf die gestrige Show  bei uns in der Gerber, hatte ich mich schon besonders gefreut. Ich meine, wann bekommt man schon mal TRIAC und BACKSLIDER in der ostdeutschen Provinz zu sehen. Selbstverständlich haben Flix und Ich uns kurz darauf bereit erklärt für die Show zu kochen. Durch die frühe Anwesenheit in der Location, bekommt man immer mal wieder etwas Gelegenheit, die Bands ein bisschen näher und in lockerer Atmosphäre kennenzulernen. Die Vorfreude auf diesen Gig und meine hohen Erwartungen an die Bands sollten zu meiner kompletten Zufriedenheit erfüllt werden. Vornweg sei gesagt: es war ein wirklich großartiger Montagabend in Weimar.triactourWie erwähnt, haben Flix und Ich uns zum Einkaufen verabredet. Wir haben uns kurzerhand dazu entschieden ein deftiges Chili zu machen, um den kaltnassen Herbstabend auch auf den Gaumen der Künstler zu zaubern. Nach ordentlichem Geschleppe zur Gerber, haben wir uns dann standesgemäß mit Cola und gutem Sound belohnt. THE RIVAL MOB kann einem einfach immer wieder ein breites Lächeln auf die Lippen zaubern, wenn man nebenher schnibbelt und brät.Kurze Zeit später traf dann auch schon die erste Band ein.sttour SNAKE TONGUE aus Schweden hatten eine lange Reise hinter sich, und strandeten gut hungrig und todmüde in der Gerber? Gut, dass die Bandpenne schon erledigt war. Die Jungs, bestehend aus 5 Mitgliedern und einem Fahrer, waren höflich und staunten über die Inneneinrichtung der Location. Als die Schweden dann anfingen eine richtig fette Backline in den Konzertraum zu tragen, war meine Euphorie allerdings endgültig auf dem Höchstlevel angekommen. Klar, ’ne coole Venue und ein guter Techniker sind das Eine, aber wenn die Band dann mal  ihre eigene, wirklich dicke Backline mitbringt, kann man sich des guten Sounds auch gewiss sein. Die Boxen sollten mich später am Abend auch kein bisschen im Stich lassen. Langsam nahm also auch die Veranstaltung konkrete Züge an und baute allmählich Atmosphäre auf. Techniker und Veranstalter Frosch von der HYPNO EAST BRIGADE hantierte unter Mithilfe von Flix an so mancher Box und dem ein oder anderem Kabel herum. Diese Ruhe vor der Show, wenn alles Gestalt annimmt, die Bands essen oder vielleicht auch ihr Merch aufbauen, ist einfach unbeschreiblich schön. Alle sind angespannt, aber auch gut gelaunt.triac-tour
Apropos Bands, BACKSLIDER UND TRIAC haben dann mit etwas Verspätung auch nach Weimar gefunden und von Beginn an einen super sympathischen Eindruck hinterlassen. Händeschütteln, Danke hier, Danke da und immer ein breites Grinsen im Gesicht. Man, der Abend konnte eigentlich nur gut werden. Die Amerikaner haben sich dann ebenfalls mit Tellern und Eintopf eingedeckt, bevor es daran ging das restliche Equipment aus dem Auto zu holen. Dass die Jungs Bock auf die Show hatten, war förmlich zu spüren, einfach super!
20:00 öffneten sich dann die Pforten zur Wunderbar und die ersten Gäste ließen nicht lang auf sich warten. Nach etwa einer Stunde würde ich die Besucherzahl auf 20 schätzen, was durch die Anwesenheit von Freunden, Bandmitgliedern und Tourbegleitern aber schön gemütlich war. Interessiert stöberte man am Plattenstand und erkundigte sich nach den Tonträgern, der heute auftretenden Bands. Licht, THC-Lvl und Ambiente waren perfekt, nun hatte ich Bock auf Musik und fieberte dem Opener SNAKE TONGUE entgegen. 21:30, mit mittlerweile circa 30 Leuten und den 25 an der Show beteiligten Menschen, ging es dann los. Ein großes Banner, mit dem Schriftzug der schwedischen Kapelle, wurde hinter dem Schlagzeug angebracht und schon wurde abgeholzt. Zum Sound im allgemeinen bleibt nur zu sagen, dass ich bei einer Clubshow selten so einen starken Klang erlebt habe. So viel zu den vorhin schon löblich erwähnten Boxen. Die Drums klangen beinahe wie auf Platte, richtig schön blechern und kräftig. Fette Riffs hatten SNAKE TONGUE aber auch im Gepäck, egal ob am 6- oder 4-Saiter. Die Vocals waren ok, hätten meiner Meinung nach aber noch etwas markanter sein dürfen. Nach 2 Liedern, verließ mich dann aber etwas die Lust, ich setzte mich zurück in den Barraum und lauschte von dort weiterhin den Songs. Irgendwie waren die Skandinavier nicht so mein Ding, da ich nicht wirklich auf progressive Elemente abfahre, am wenigsten in Metallic Hardcore. Dem Großteil des Publikums schien es allerdings zu gefallen, denn der Applaus den SNAKE TONGUE ernteten war nicht gerade gering. BACKSLIDER standen als nächstes auf dem Plan und da ich durch ausgiebiges Rauf- und Runterhören der backsliderMOTHERFUCKER LP wusste, welch kraftraubender Gewaltorkan da auf mich zu kommt, habe ich mich in der Umbaupause nochmal ordentlich am Chili bedient. Naja zurück zur Sache. Schon beim Linecheck war ich hin und weg. Allein diese Drums… der Klang meiner Träume. Die Bühnenperformance der Grindcombo aus Philadelphia war ebenfalls astrein. Frustration, Riffs und ganz viel Leidenschaft, waren zum greifen nah. Musikalisch war das definitiv eine der besten Bands, die ich in diesem Jahr sehen durfte. Einfach wahnsinn wie hart das Trio hier abgerissen hat. Besonders hervorzuheben sind die genialen Basslines, das extrem schnelle und variable Drumming so wie die, mit den Instrumenten erzeugten, Noisesounds, die einiges zur düsteren Atmosphäre von BACKSLIDER beitragen konnten. Die Menge war begeistert und die US-Amerikaner holten sich einen mehr als verdienten, langen und lauten Applaus ab. Was für ein großartiger Auftritt. Der Merchstand der Band wurde danach logischerweise belagert, wobei einige enttäutscht feststellen mussten, dass es von den Jungs kein Merchandise gibt. Ob das nun an zuvor ebenfalls überzeugenden Auftritten lag, oder einfach bewusst so ist, bleibt ungeklärt. Aber nichts desto trotz wurde bei der LP reichlich gekauft. Insgeheim standen BACKSLIDER für mich schon als beste Band des Abends fest, obwohl ich mich von vornherein eigentlich mehr auf TRIAC gefreut hatte. Ich konnte mir aber einfach nicht vorstellen wie die 3 Noisegrinder aus Baltimore diese Performance noch toppen sollten. Wenn ich jetzt so daran zurück denke, gestehe ich ein, schlichtweg naiv gewesen zu sein. Mein linkes Ohr blutet immer noch und das Rechte fühle ich nicht mehr richtig, mein Nacken ist steif und der Angstschweiß sitzt mir weiterhin beständig in den Poren. TRIAC lieferten eine Show ab, die nicht von diese Welt sein konnte. Das war wie in einem Bergwerk verschüttet sein und dann noch von einem Meteoriten getroffen zu werden. Unnormal! Das Set ging so etwa 20 Minuten und von dem, was man in dieser knappen halbe Stunde erlebt hat, wird man seinen Freunden noch in zehn Jahren vorschwärmen können. triaclivetriaclive2Unglaublich brutales und dennoch gefühlvolles Schlagzeug, in Höchsttempo gespielt versteht sich. Rasende, klirrend kalte Riffs irgendwo zwischen Powerviolence, Grindcore und Heavy Hardcore, unterstützt von einem Bass, der so hart schrammelte, dass mir permanent der Bauch gekribbelt hat. Ob das an den Wellen oder meinen Schmetterlingen im Bauch lag, die sich Aufgrund der Klänge einschlichen, kann ich leider nicht genau sagen. Die Menge johlte nach diesem Feuerwerk und war komplett von den Socken. Wie viele andere, bediente auch ich mich am Merchstand von TRIAC und war völlig außer mir. Das war mit weitem Abstand die beste Grindband die ich bisher Live gesehen habe. Wer das BLOODSHED FEST in Eindhoven besucht, sollte sich weder BACKSLIDER noch TRIAC entgehen lassen. Beides Bands auf absolutem Top-Niveau. Nachdem jetzt jeder sichtbar glücklich war und aufbrach, fingen auch wir an, schnell unseren Krempel zusammenzuräumen und währenddessen  vom Auftritt von TRIAC zu schwärmen. Ausgelaugt und zufrieden verabschiedeten wir uns dann noch bei Frosch und allen weiteren Beteiligten und gingen nach Hause. Das Bandfrühstück am nächsten Tag, das gemütlich um 10 stattfand, ließ Flix dann noch entspannt vonstatten gehen. Nun war der Gig leider endgültig vorbei.

Snake Tongue
Backslider
Triac
Hypno East Brigade

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