Naevus – Heavy Burden

a2283756201_10Naevus haben nun ihr neues Album „Heavy Burden“ veröffentlicht und nein, es handelt sich hier nicht um die Gothic Band, sondern um eine Stoner / Doom Band aus Deutschland. Als Erstes fiel mit die wirklich nett aussehende CD auf, beziehungsweise das Cover. Es handelt sich hier um eine Klappbox , die man aber nicht seitlich aufklappen soll, sondern senkrecht um die ganze Schönheit des Artworks bewundern zu können. Dieses ist nämlich ein echtes Schmuckstück! Also der erste Eindruck ist schonmal Top. Aber nun zur Musik.

Auf ein ruhiges Intro verzichtet man hier, man drückt Play und die Band legt gleich los mit dem Song „Heavy Burden“. Desert Rock’ige Gitarren mit einem ganz kleinen Sleep Einschlag (aber schneller) geben die Musik vor, dazu ein sehr Rythmisches drum und es dauert keine Minute bis das erste solo auf der Leadgitarre präsentiert wird. Sehr fein! Schließlich setzt der Sänger ein, der hier ebenfalls gute Arbeit leistet. Für das Genre typisch hat er eine eher Hohe stimme, die sich aber echt gut einfügt. Von der Stimme ist denke ich der Vocalist von Magister Templi ein guter Vergleich. Besonders gute Arbeit leistet hier der Bass, der an manchen stellen sogar etwas groovig zu wirken scheint. Die Gitarren ziehen die Akkorde in die Länge und so kommt ein wunderbar doomiger Charakter auf, der aber nicht depressiv oder sehr düster wirkt sondern eher episch. Eine Gitarre bricht aus diesem Muster immer wieder aus und glänzt mit solistischen Einlagen, die man einen Heavy Metal Fan erfreuen dürften.

Während ich noch zum ersten Song schreibe läuft schon „Black Sun“, also das zweite Lied des Albums. Oft sind die Titel in den CD’s klar getrennt, aber hier gab es einen fließenden Übergang in den zweiten Song, was meiner Meinung nach extrem richtig und auch wichtig ist, da man so nicht aus dem Thema gerissen wird und gedanklich absolut in der Musik versinken kann. Jetzt stellt sich auch ein in welche Richtung das ganze geht, oft klingen die Melodien zwar simpel, was es dem Hörer leichter macht am Ball zu bleiben, aber wer genauer hin hört, erkennt, dass die Band technisch da auf jeden Fall ein Wörtchen mitzureden hat.0007618557_10 Erst zu „Naked“ wurde dem Hörer eine winzige Unterbrechung gegönnt. Der Song stimmt nochmal eine etwas langsamere Gangart an. Musikalisch bleibt alles auf dem selben großartigen Level. Man wird nicht großartig durch Themenwechsel beeindruckt, aber das Muss die Band auch gar nicht, da genau das was sie machen richtig gut ist. Eine gute Mischung aus Monotonie, einem Sänger der die Songs noch geiler macht und den Gitarren die das ein oder andere Solo zur Auflockerung platzieren. Wobei dieser Song schon einen deutlich melancholischeren Charakter aufweist, jedenfalls bis das bisher absolut beste Solo rausgehauen wird und man scheinbar mal kurz auf Dur geschalten hat und eine „ich schwinge mein Feuerzeug“ Passage kommt, die ihres gleichen sucht. Zwar nur kurz aber das war definitiv der Höhepunkt des Liedes. Wer den Song hört wird genau wissen welche Stelle ich meine. Gegen Ende, haut man nochmal einen eher psychedelischen Part raus indem sich die Gitarre nahezu weltfremd durch die Melodie gurgelt um dann wieder in diesem eher hoffnungsvoll fröhlichen Part endet. Der Textlich natürlich etwas absolut anderes vermittelt.
Bei „The Whisling Tree“ schlägt man nun eine schnellere Gangart ein, und bringt so ordentlich Tempo in das Geschehen. Naevus schaffen es aber ihren eigenen Charakter dabei zu behalten und ich behaupte jetzt einfach mal, dass man diese Band durchaus erkennt, trotz der derzeitigen Fülle an neuen Bands im Genre. Doch genau das ist so wichtig, Wiedererkennungswert, denn sonst endet man in der Bedeutungslosigkeit bei einer Generation, die scheinbar Täglich 100 neue Alben veröffentlicht.
Interessant wird es auch noch einmal bei „Future Footprints“ indem die Band hier einen wirklich Doomigen Weg einschlägt, sich zwar noch eine hohe Gitarre behält aber im Vergleich schon eher Doom ist. Anfangs bekommt man sogar ein paar Drone Sounds um die Ohren die hier eher dezent platziert sind. Schließlich endet die Band wieder im Desert Rock lastigem nur eben etwas langsamer.
Mit dem elften Song „Troubled Time“ findet das Album dann nach ca. einer Stunde Spielzeit seinen Abschluss. Eine Akustikgitarre (oder akustisch klingend) leitet hier die Melodie und alles wird ganz gediegen und ruhig. Dazu Singt der Sänger durchaus gefühlvoll und geleitet den Hörer langsam wieder in die Realität.13924897_1259748520724961_7264152880062275484_nFazit: Ja was soll ich noch groß sagen? Ich habe hier nichts Schlechtes anzumerken und alles gute habe ich mehrmals genannt. KAUFT EUCH DAS TEIL UND SUPPORTET DIESE GROSSARTIGE BAND VERDAMMT!!! Doch eine Sache habe ich vergessen, zusätzlich zum schönen CD Design gibts ein dickes ebenfalls richtig hübsches Booklet dazu! So jetzt aber…

Bandcamp / Facebook

 

– Swipal

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s