Guevnna – Conspiracies

guevnna_front_720x600Während ich so einiges an Elektronik aus Japan in meiner Rumpelbude angesammelt habe, muss ich gestehen, dass ich bisher wenig Erfahrung mit fetter Mucke aus dem Land der aufgehenden Sonne habe. Was hier gerade in meinem verranzten Plattenspieler rotiert und sich durch die mit Kippenrauch geschwängerte Luft schneidet, ist jedoch weder ein Handy, noch irgend ein anderer Schnulli – es ist ziemlich mächtiger Doom und er knickt jeden Power-Ranger um wie ein Streichholz.

Während GUEVNNA, die dicke Doom-Sludge-Kombo aus Japan, erst kürzlich ihr neuestes Album namens HEART OF EVIL transplantiert haben, will ich mich heute mal mit einem ihrer früheren Werke befassen. Es handelt sich hierbei um CONSPIRACIES, ein Wolken kratzendes, fünfköpfiges Reptil, das 2015 in Tokio seinen Heerzug der Zerstörung überall dorthin zu ziehen begann, wo es genug Schaden anrichten konnte. Kennen wir das nicht irgendwoher? Egal! Diese Bestie jedenfalls, schleift sich wie ein Waran durch meine Gehörgänge und wirft meine Rezeptoren um wie zusammensackende Zementtürme – und das ohne Special Effects und Full-Body-Suit. GUEVNNA schaffen es auf vier Songs, mit jeweils einer Länge von fast vier bis etwas mehr als sieben Minuten, ordentlich Krawall zu machen und nehmen weder Rücksicht auf Großstädte oder kleine Dörfer – wie immer.
Was informierten Zuhörern schnell auffallen dürfte, ist, dass seit 2015 Verstärkung an den Gitarren vorzufinden ist. Wem die Band COFFINS ein Begriff ist, der dürfte sich zusammenreimen können, dass hier mit ordentlich Zerre an den Sechssaitern nicht gespart wurde. 15226634_961254117313681_1618115541_nAuf CONSPIRACIES wird ordentlich Groove und ab und zu auch etwas schlieriger Sludge umhergewalzt, aber irgendwie wird genau das nicht langweilig.  Im Gegenteil, die sehr rücksichtsvoll auf den Rhythmus des eigenen Körpers eingestimmten Wechsel zwischen anziehenden, aufraffenden Groove-Parts und immer langsamer werdenden Sludge-Epen mit starkem Stress-Inhibitions-Faktor machen diese EP erst recht passend zum Runterkommen oder zum Hochschnippen – sucht’s euch aus.
Der Sound von CONSPIRACIES ist rotzig, breit, wenn nötig teils extrem geschmeidig, haut rein und ist ohne Schnörkel ein ziemlich fetter, schuppiger Dämon, der die Fischer-Population an so mancher Küste genauso eindämmen kann, wie die Trommelfelle, die er schon auf dem Gewissen hat.
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Vertrieben wird die ganze Kiste hier digital oder als LP über W.I.F.A.G.E.N.A. RECORDS und ist auf Bandcamp und Facebook, habt ihr den gezackten Rücken hinter dem Schutt und den brennenden Häsuern erstmal erspäht, auch kaum zu übersehen.
Ich hab definitiv Lust auf mehr und presse mir im Nachhinein gleich mal HEART OF EVIL. Jedem Fan von relaxten Tunes, ob aus den smoothen Wurzeln des elektrischen Zauberers oder den rastlosen Dornen des Dope-Throns geschlagen, kann ich GUEVNNA nur weiterempfehlen.

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