Path – Annotatio Sacerdotis De Morte Mercatoris Innocentis

15281022_1005714502884982_1877275208_n.png.jpgDer Legende nach, begann alles mit einem Schiff.
Entlegen und voll beladen mit einer verwesend bleichen Besatzung machte es Halt in allen Häfen, deren Fische verdorrten, dessen Menschen sich des Wahnsinns zukehrten und deren umliegende Dörfer und Städte einzig und allein von reich gespeisten Krähen bewohnt wurden. Ein von schwarzem Brackwasser überzogenen Beulen gezeichneter Mann, in dünnen, zerfetzten Leinen vermantelt, ritt schlussendlich auch durch mein Dorf.
Sein teeriges Mark tropfte auf die klammen Steine der Straße, die durch den Marktplatz führte und lief aus seinen Ärmeln auf das fahle, zuckende Fell des ausgehungerten Schimmels, von dessen knochigen Rücken er jeden Moment in höchster Entkräftung zu fallen drohte. Ratten, Flöhe, Krähen und allerhand Getier folgte seinem Schleier aus eines kataklysmischem Ruß – und Pesthauches Odem geformten Nebelmeer.

PATH setzten den in Fäulnis betakelten Kutter in Bewegung, dessen Besatzung nun durch die Lande streift, um die Wiederkehr des Schwarzen Todes zu bekunden. ANNOTATIO SACERDOTIS DE MORTE MERCATORIS INNOCENTIS – was klingt wie der Siegelspruch des Buches der Toten, ist in Wirklichkeit der Name ihrer neuen EP, welche laut eigenen Angaben der zwei Druiden aus Osnabrück, nächstes Jahr als Split herauszukommen geplant ist.
pathivAuf dem Album befinden sich zwei Songs á elfeinhalb Minuten, die vom Charakter her den Eindruck vermitteln, den ich oben bereits versuchte zu schildern. Wer sich einmal den Text durchließt, den die drei auf ihrer Soundcloud-Seite zu diesem Release in angelsächsischen Zungen in die Beschreibung gekeilt haben, der bekommt schnell einen Einblick in die Welt, welche PATH auf ihren dunstigen Tonknöcheln und weiträumigen Melodiesträngen durch die Knochenkrone dieses, in Seuchen verfluchten, Wanderers ziehend verewigten. Ein sphärisches Intro, Fans von Summoning und Caladan Brood werden hier schnell an den Scheinflammen vergangener Alben gewärmt, starke, markante Drums und eine gar atmosphärisch gestreifte Gitarre leiten den Konus eines, an den Wurzeln der Zivilisation angelehnten, Pathos an. Der Gesang, kratzend und im Pfeifen der Hintergrundinstrumente eingebettet, liefert Gefühl und lässt sich in die kalten Gezeiten der Gitarren – und Drumflüsse ein. pathiii
Der kraftvolle Bass kann gut allein stehen, aber auch ebenso gut untermalen. Während im ersten Song, EFFUGIUM ANTE EXSECRATIONS ATRO, viel Atmosphäre, mit markanten Pausen, Zwischenspielen und kleineren Feinstimmungen im Bereich von Synths und kleinen Flöteneinlagen, ganz allmählich in den luftleeren Raum der Stille einkehrt, welche dann von einem wiederkehrenden Moment des Grundthemas abgerundet vollendet wird, steigt der zweite Song der EP, ANNOTATIO SACERDOTIS DE MORTE MERCATORIS INNOCENTIS, gleich voll ein. Kühle, spitze Gitarrenakkorde, geführt von verträumtem Zwischenspiel begleiten den lateinischen Gesang.
Obwohl ich für meinen Teil kein Latinum habe, fällt es mir, relativ ungewohnter Weise, nicht schwer, den Vocals zu folgen. Stark sind hier die oben erwähnten Zwischenspiele und transzendenten Atmosphären, die in beiden Songs entweder als Intro, Zwischenteil oder Schluss gewählt wurden, wobei PATH auch komplett instrumental aktiv überzeugen.
Für jeden Fan von natural geprägtem, fließendem Black Metal ist hier sicherlich was zu finden, sodass sich gleich die Lust darauf ankündigt, zu erfahren, welche Band die beiden Sühnenbrecher für ihr Split-Ritual auserkoren haben.
pathii
Die ganze Sache ist seit einiger Zeit als Tape erhältlich und lässt sich auf Soundcloud im unten aufgeführten Link anhören. Wer die Jungs gerne mal live erleben möchte, kann sich ja gerne Mitte Dezember auf dem Morgenstern Fest II in Berlin einfinden. Wir sind auch vor Ort und freuen uns auf PATH und alle anderen Bands!

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