TRVEFRYKT ZINE

MARTYRDÖD – LIST

Ich möchte vorwegnehmen, das ich mit diesem Album die musikalische Liebe meines Lebens gefunden habe. Noch nie war ich so begeistert von einer Platte. Das neue Machwerk „List“ der Schweden von MARTYRDÖD reisst alles ab, wirklich alles! Um ehrlich zu sein, habe ich mich vorher noch nie mit einer MARTYRDÖD Scheibe beschäftigt. Ich habe immer mal reingehört, aber Genrekollegen wie WOLFBRIGADE oder DISFEAR haben mir einfach mehr getaugt. Aber Alben dieser Bands lassen ja sehr auf sich warten, die „Live The Storm“ kam 2008 und das letzte WOLFBRIGADE Album hat nun auch schon ein paar Jahre auf dem Buckel. Daher freute ich mich auf ein neues Schweden D-Beat Album und habe mir, ohne jegliche Erwartungen, die neue MARTYRDÖD angehört. Hinterlassen hat mich die Scheibe mit Gänsehaut und Tränen in den Augen.

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Schon beim Intro war ich total geflasht. Sehr düster und atmosphärisch, dazu die (zu Beginn noch) langsamen und sehr schweren Riffs. Absolut genial, wie das Ganze dann auch in ein bitterböses D-Beat Massaker übergeht! Besonderes Lob geht an die Gitarrenfraktion, jeder Handgriff wirkt absolut gezielt und ich habe selten soooo dermaßen harte Riffs gehört. Das letzte Mal gab es Vergleichbares auf der „Lycanthro Punk“ von WOLFPACK– und MARTYRDÖD bekommen das nochmal etwas härter hin. Nach diesem Goldstück von einem Intro folgt der Titeltrack „List“, und hier zeigen die Schweden, was sie wirklich können. Rotziges Riffing trifft auf die schönsten Melodien, die man sich auf einer D-Beat Platte vorstellen kann. Der ganze Track ist ein Feuerwerk aus bittersüßer Melancholie und ich musste, als ich den Song zum ersten mal gehört habe, sofort anfangen zu flennen. Mich hat Musik noch nie so überwältigt. Ich kenne keinen Crust-Song, der so viel Emotion mit sich bringt!

Der Track „Wipeout“ macht dann genau da weiter, wo „List“ aufgehört hat. DIESE MELODIEN GOTTVERDAMMT! Das Intro des Songs erinnert an DISFEAR und bockt ordentlich, danach geht’s rasend schnell weiter und die ultra aggressiven Vocals tun ihr übriges dazu, damit dieser Song einschlägt wie eine Bombe. Die Gitarrensolos sind ebenfalls extrem stark und wirken, wie Solos sonst leider oft wirken, zu keiner Sekunde übertrieben. „Oemotstandli“ killt im Anschluss so richtig mit extremer Härte – weniger Gänsehaut, mehr Kopfschütteln. Eine gute Abwechslung zum Gänsehaut-Marathon, den MARTYRDÖD bisher abgeliefert haben. Harmageddon“ ist dann noch so ein mega finsteres Riff-Dauerfeuer. Die Schweden rumpeln sich durch total düstere Gefilde und ein ruhiger, sehr atmosphärischer Part wird für offene Münder beim Hören sorgen. Einfach wunderschön, was diese Band hier abliefert. Handlöst Fallen Ängel“ startet dann etwas gewöhnungsbedürftig, besonders diese komische Pause von einer Sekunde wirkt einfach unpassend. Aber das ist jetzt auch der einzige Kritikpunkt an der gesamten Scheibe und der Song liefert in seinen fast 4 Minuten noch feinsten Crust. Die melancholischen Melodien sind hier wieder on point und haben bei mir wieder für Tränen gesorgt.

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Der letzte Song, auf den ich näher eingehen möchte, ist „Intervention“. Ein langes und sehr stimmungsvolles Intro baut hier Spannung auf, bis die wütenden Drumms wieder einsetzen und den Hörer direkt am Kragen packen und mitziehen. Dazu kommt wieder eine Melodie, die sofort für Gänsehaut und Tränen sorgt und mich vollkommen fertig in meinem Sessel sitzen lässt. Sehr ähnlich wie der Titeltrack und deshalb auch ähnlich supergeil.

Zum Abschluss möchte ich sagen, dass mich Musik noch niemals, wirklich noch niemals, so berührt hat wie diese Platte von MARTYRDÖD. Von der ersten bis zur letzten Sekunde ist dieses Album ein Meisterwerk und hebt die Messlatte für die restlichen Schweden-Crust Bands in fast unerreichbare Höhe. Noch nie war die Melancholie und Wut, die Künstler in ihre Musik stecken, so authentisch wie bei MARTYRDÖD. Das Album hat mich zum heulen gebracht und schaffte es gleichzeitig, meine ganze angestaute Wut zu packen und nach draußen zu befördern. „List“ ist wie ein Reset-Knopf für die Nerven, alle negativen Gefühle werden beim Hören verarbeitet. Was übrig bleibt ist ein Moment der Ruhe und des Seelenfriedens. MARTYRDÖD haben mit „List“ atemberaubende Kunst produziert – für mich das Album des Jahres 2016.

Jetzt liegt es an DISFEAR, das ganze nochmal zu überbieten. Die haben vor ein paar Tagen einen Post auf ihrer Facebookseite veröffentlicht, der ein neues Release andeutet. Ich bin sehr gespannt, denn vor „List“ war „Live The Storm“ mein allerliebstes D-Beat Album.

Flix.

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One thought on “MARTYRDÖD – LIST”

  1. Es wirkt unbeschreiblich, wenn jemand anders als man selber das Erleben dieser Musik genauso wiedergibt, wie man selber es fühlt…danke für den Mindfvck und danke an Martyrdöd für dieses Stück Seelenbalsam!!

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