Dead Limbs – Spiritus​/​Sulphur

a0891044826_10Nach einer gefühlten Ewigkeit bin ich mal wieder über eine Black Metal Band gestoßen, deren Songs bei mir endlich mal mehrere Tage hoch und runter gelaufen sind. DEAD LIMBS aus Brasilien hauen über NORTHERN SILENCE PRODUCTIONS einen sehr interessanten Tonträger auf den Markt. Mit SPIRITUS/SULPHUR erwartet Euch ein 6-Track starkes Album, dessen Klänge unweit an AGALLOCH oder MGLA erinnern können.

Einen ersten dicken Pluspunkt holen sich die Brasilianer für das grandiose Artwork. Ein absoluter Eyecatcher und sicherlich einer der Gründe, weshalb ich reges Interesse für diesen Tonträger entwickelt habe. Im Nachhinein kann man auch sagen, dass es hervorragend auf die dagebotene Musik des Trios abgestimmt war. Das nächste Lob gibt es für das spannende Konzept, welches von einer selbst erdachten Geschichte namens THE ASH SEEKETH EMBERS handelt. In diesem Album gibt es die ersten Fragmente der Erzählungen, die sich aus griechischer Mythologie und Hermetik zusammensetzt, zu entdecken. Auf kommenden Tonträgern der Band werden dann weitere Stücke preisgegeben.
Musikalisch spielen DEAD LIMBS auf einem äußerst hohen Niveau. Es gibt eine Fülle an kaltem Riffing und Ohrwurmmelodien, die es von der ersten Sekunde an schaffen, den Hörer in seinen Bann zu ziehen. Durch gute positionierte und nicht nur inflationär benutzte Blastbeats, baut die Scheibe recht schnell eine düstere so wie trostlose Atmosphäre auf. Jeder der Songs ist unterschiedlich aufgebaut, was dazu führt, dass des Öfteren ein aggressiver Part ohne Vorankündigung in eine seichte Melodie übergeht. Diese Übergänge sind den Brasilianern aber hervorragend gelungen, die Tracks lassen sich deshalb auch sehr flüssig hören und wirken an keiner Stelle verzwickt. Besondere Aufmerksamkeit verdienen meiner Meinung nach die Vocals. Selten bekommt man so eine Auswahl verschiedener Gesangstechniken geboten, wie es auf SPIRITUS/SULPHUR der Fall ist. Das Album liefert neben starken Growls und postigen, aber nicht zu postigen, Shouts auch sehr angenehmen Clean Gesang, der ebenfalls wunderbar zur Musik des Trios passt. Alles im Komplettpaket ergibt dann einen Black Metal Record, der es schafft ein ordentliches Stück aus der Masse herauszustechen.

Finster und kalt wie MGLA, aber irgendwie auch wunderschön und atmosphärisch wie AGALLOCH. Um die musikalische Genialität dieser beiden Ausnahmebands zu erreichen, fehlt den Südamerikanern zwar noch ein gutes Stück, aber mit diesem Debüt zeigen die Jungs, dass Sie definitiv auf dem richtigen Weg sind. DEAD LIMBS – SPIRITUS/SULPHUR empfiehlt sich besonders für momentane Winterspaziergänge und lässt Euch mit spielerischer Leichtigkeit eine halbe Stunde sämtlichen Alltagsstress vergessen.

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