Lizzard Wizzard – Total War Power Bastard

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Wenn die unangefochten glühende Erdensonne in ewiger Schwerlastigkeit auf dem Zenit ihrer Feuersbrunst eine Band aus vier Outback-Doom-Barbaren  bestrahlt und ihren goldenen Zorn auf ihren Häuptern ergießt wie siedendes Flüssigmetall, dann kann man ordentliche Walz-Orkane im Auge der Inseln allertödlichster Fauna erwarten.
LIZZARD WIZZARD, ein vierköpfiger Doom-Stoner-Berserker aus Brisbane, reißt tiefe Kontinentalspalten ins Antlitz dieser blauen, runden Schönheit namens Erde, indem sein Aufhieb den schwerfälligen Nachhall ihres dritten Albums TOTAL WAR POWER BASTARD im Strom eines Kielspeers aus Hass und Körpermasse seit etwa zwei Monaten vor sich her treibt.

Nach fleißigen zwei Jahren folgt nun ein weiteres Album ihrem Heereszug der psychedelischen Ganzkörper-Eskalation und bringt neue Fluten über die Korallen und Haibecken des kleinsten Kontinents dieser Welt.
Soundtechnisch in fast sludgigen Groove-Doom-Parts und ballernden Stoner-Auswüchsen geschmiedet, ergießt sich der ebenso, meiner Meinung nach, passend einströmende Schrei-Gesang vollgepackt mit den wahnsinnig schäumenden Wortgestalten aus den Abgründen einer menschlichen Katharsis dreier Blickwinkel in euren Ohren, solltet ihr euch in die blutigen Kanyons dieser vier lyrischen Menschenfresser wagen.
Verirrt sich ein durstiger Stonehead in den grün-dunstigen Sandwolken ihres neuen Kalksteinlabyrinths der nackten Brutalität, so warten unter jedem Stein schwere Gitarren, ein rastlos drückendes Drumset, mehrere Bass-Walzen aus einem breiten Knochen-Dicksaiter und das eben schon erwähnte, gnadenlose Aufschreien ihrer scharfkantig bezahnten Raubtierköpfe, deren jeweilige Attidüden immer wieder blutdürstend und erdrückend nach euch klaffen werden.wizzard3
In jedem der neun stark wuchtigen Songs verbirgt sich eine Herde aus fuzzigen Riffmammuts, die euren akustischen Brustkorb zerbrechen und seinem Trommelfell die Wallung einer derben Ekstase im Vollrausch ihrer tonalen Wütung einhämmern, während die psychedelischen und teils häufigen Sludge-Zwischenspiele euch bei jeglicher mentaler Not-Levitation wieder einfangen, wie ein von vermoosten Smaragden übersäter Skorpion mit seinen widerhakenden Hookline-Zangen.
Innerhalb einer knappen Stunde bieten LIZZARD WIZZARD genug Zündstoff für die Emotionsdetonation jedes Insassen seiner eigenen vier Wände im Ringkampf mit den Schlangenzungen jener Kopfhörer im Graupel seiner musikalischen Überdosis, was dieses Album für mich sehr spannend in vielerlei Hinsicht macht.
Führt man sich die ausgewogene Abwechslung aus Tempo und Stimmung vor Ohren und bedenkt LIZZARD WIZZARDs eigens erwähnte Einflüsse und Ansätze in der Band-Info, kriegt man ein gutes Bild, das jedoch noch einmal ganz anders vom Klang ihrer Donnerkuppel-Kapelle aufgerollt wird.
Für ein realtiv angemessenes Trinkgeld könnt ihr dieses trieb-gewalttätige Schauspiel seit dem ersten Januarmorgen 2017 auf Bandcamp kaufen oder ebenso dort und auf Youtube einen kostenlosen Einblick in die Seele dieser Chaos-Sinfonie erhaschen. wizzard2
Die vier Jungs hinter den großen Teichen setzen mit dem Design, dem Sound und der Betitelung ihrer neuesten Krach-Orgie, TOTAL WAR POWER BASTARD, ein weiteres klares Zeichen ihrer musikalischen Persönlichkeit und des ungehobelt sympathischen Charmes ihrer Song-Palette, deren geästete Abläufe wie ungezügeltes, jähzorniges Gift durch die Tunnel eurer Ader-Betten schießen werden.
Wer auf aggressiven, teils drückenden und teils treibenden Doom-Stoner im Mondlicht einer Sludge-Drainage steht, sollte dieser Band einen Rundlauf im aufkochenden Heimsystem geben und sie möglicherweise, bei Wohlgefallen, mit einer kleinen Schütt-Spende erfreuen, denn diese Platte fährt sich, in meinen Augen, besser in einen aufgefalteten Verstand, als ein Schnellspurzug in einen gesperrten Tunnel.
Wer also Lust und Zeit hat, ist ebenso eingeladen, sich den üppigen Merch ihrer Seite und der ihres Tape-Tickers HOUDINI TAPES einzufahren, denn da gibt’s gute Töne für kleines Geld.
Meine Props gehen auch an Dan Randall von MAMMOTH SOUND MASTERING für diesen namentlich eindeutigen und urzeitlich-brutalen Master und ebenso auch an Stef Roselli, den band-eigenen Basser und das rasende Drittel der kreischenden Dreifaltigkeit dieser Neckbreak-Kombo, dessen Finger das absurde und prollig-passende Artwork ihres Tonträgers erschufen.
Viel Vergnügen und haut euch vor dem Ding schonmal ’ne Pizza für die Nerven in den Ofen, wenn die Songs NERD SMASHER und SHITHEAD NIHILISM mit euch fertig sind, glaubt mir.

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