God Disease – Rebirth of Horror

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Wo wir gerade gestern noch bei Finnland und seinen Heerscharen knochiger Finster-Akolythen waren, habe ich heute eine feurige Rauchwalze für euch, die Old School Death in ganz frische Fluten über dem Grund einer teils ungesunkenen, machtvollen Ära kettet.
Feldherren der Fäulnis, deren morbide Streitmacht von Soundteppichen jedwede psychische Stadtmauer in seiner Schneise erdverschiebender Wut niederreißt, um sich an seinen ungewappneten Insassen zu laben – so könnte man es vielleicht schlotternd, gleich dem einzigen Überlebenden, der seinen Kopf nach dem Spektakel noch zu tragen erlaubt ist, überliefern.
Der rohe, organische Matschhaufen, der nach diesem Fest des Fleisches dann auf jeden Fall noch übrig ist, sei schlichtweg den finnischen Death-Keulenschwingern GOD DISEASE und ihrem neuen Epos der Schmerzen und Marter namens REBIRTH OF HORROR zu verdanken, welchen sie seit nun mehr als einem halben Jahr von den verwesenden Kelchen ihrer Sichelhälse hinuntersickern lassen.

Erspäht die Standarten ihres Covers und es kündigt sich schnell an, was zu fürchten sei:
GOD DISEASE hämmern allem Anschein nach einfach höllisch gern Sachen mit ihren instrumentalen Abrissbrinen in okkultem Nachklang ein. Das macht sich schnell durch ihre fast sludgigen Mid-Tempo-Grooves im 90s-Flair und die nach euch lechzenden, zweitstimmigen Melodien und sägenden Schredds bemerkbar, die sich über diese EP ziehen wie ein gut gefiltertes Skelett dieses Zeitgeistes.
Der breit aufgerollte Sound dieser Kriegsmaschine drückt sich in vier vernichtend rotierenden Schlepp-Rammen im kontinuierlichen Zyklus der Zerstampfung, vom Bug bis zur letzten messerscharfen Takelage des Hecks, durch jedes zuvor unverstummte Gehör, das die fünf Finnen mit solchen Exempeln bisher noch nicht enttäuschen konnten.
Sowohl Drums, Gitarren, Bass und auch der düster vorwegbrechende Gesang sind stark in einander verknüpft und zu einem Streitkolben geschmiedet, dessen kaltgeschlagene Dornenrillen sich wie durch Butter in euren Schädel fräsen werden, solltet ihr GOD DISEASE diesen mächtigen, dritten Schlag ihrer pechschwarzen Diskografie
gewähren.

Bei all diesen schon anfangs starken Präventivschlägen auf mein unwissendes Zirbelgehäuse waren es jedoch letztendlich die teils bösartig gesiedeten Melodie-Auftakte und die entkernenden Drum-Blasts, deren gespornte Flanken-Kavallerie aus Gitarren und Bass jegliche bröckelnde Phalanx meiner letzten Festung niedermähten.
Wer sich immer noch berehtigt in den kalten, lauernden Ruinen wohlfühlt, die so manch frühere Old-School-Schwergewichte im Weltenkessel verkeilt haben, der sollte sich mit ziemlich hoher Wahrscheinlichkeit dem kolossalen Buckel dieses Biestes nicht abgewandt fühlen.
Seit Anfang Juni ist die Platte auf Bandcamp zu streamen oder zu kaufen und wenn ihr Bock habt, könnt ihr euch auch direkt mal die saustarken Artworks reinziehen, in denen sich GOD DISEASE säumen und bei FDA REKOTZ nach weiteren pechschwarzen Salpeterbomben aus dem eisigen Fjordenland umsehen, denn genau diese Wutbolzen liefern sie ununterbochen schmackhaft für ihre Jünger.
Fans von anrüchig übergewichtigem Old School Death aus dem nördlichen Teil unserer Hemisphere sollten bei GOD DISEASE unbedingt reinschauen, wenn das nicht schon unwiderruflich geschehen ist, denn meiner Meinung nach schleifen sie sich mit REBIRTH OF HORROR mehr als weit auf meinen aktuellen Death-Charts empor und erregen mit einer leider nur sehr knappen halben Stunde Laufzeit, verteilt auf vier rastlos destruktiven Songs, sofort Lust auf mehr aus ihren Reihen, was ihre gehäuft positive Simplizität im vorfindbaren Riffing und den Charakterzügen dieses musikalischen Zündstoffs jedoch gerade erst authentisch gegenüber ihren monströsen Argumenten macht.

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Auf Bandcamp bieten die Jungs euch diesen Titan sogar für weniger als eine Schachtel Kippen an, was schonmal die Frage kenzelt, wovon ihr euch zuerst und schneller in möglichst rentabler, optischer Umsetzung innerlich zermürben lasst, sofern ihr dort überhaupt noch eine Wahl seht – ich hab mich jedenfalls entschieden.
Für ein wenig mehr als den doppelten Obolus trägt euch dieses fünfköpfige Fährmannsungetüm sogar durch alle drei ihrer kernschmelzenden Stromschnellen aus brachialen Releases, was zumindest mein flehendes Keuchen nach weiteren Massiven, die GOD DISEASE als Echos aus einer verseuchten Zwischenwelt des Leidens in die weiten Schädel ihrer Folgschaft hauchen, nur zeitweise befriedigt – naja, zumindest bis ich aus der Reha, in die mich diese Keule katapultiert hat, wieder raus bin.

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