Crackhouse – s.t. / EP

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Wer hat sich sonst noch so mit ordentlich Nervennahrung eingedeckt und will sich die Tage auditiv und mehr als saftig zerschmieren lassen?
Jeder, der seinen Kopf gerade, wie ich, nach dem Umhertaumeln in Outworld, butterweich zerstreichen lassen will, kann sich bei  CRACKHOUSE und ihrem ersten gleichnamigen Lebenszeichen, bzw. Aufstampfer, einen Kick mit dem schärfsten Molkmesser einfangen, das ich, neben einigen anderen Bands zu gleichem Anlass, bisher in diesem Jahr aus Frankreich hören durfte.
Auf ein wenig mehr als einer gut bestückten Viertelstunde drücken euch die drei Haindruiden aus Tours, nach einem langen, sehr ambienten Intro, mit dem ersten Schlag in die Magengrube, zwei groovig-schwere Titel um den Nacken, wie eine mit blanker Kraft dessen Innereien strangulierende Pyhton, sodass darüber kein Muskel mehr in Trägheit thront.

Der erste Song, SWAMP WIDOWS, gibt sich, gleich dem Cover, sehr unscheinbar, durchbricht aber tückisch nach einigen Minuten atmosphärischen Anlaufs jegliche Ungeduld auf die erste Dröhnung.
Zieht euch warm an, denn dieses Fuzz-Buffet ist garniert mit dicken Abrissen und lässt euch, im exotischen Schlafrock verhüllt, von innen ausglühen.
Nach guten drei Minuten Vorspiel lässt auch der Gesang nicht länger auf sich warten und die, vom ersten Schlag an, aufgepumpten Trommelschreie ferner Moorgestalten liefern somit ihr komplettes Doom-Sludge-Paket mit einem Rammbock vor eure Tür.
Dieser instinktiv gröhlende Lobgesang eines jähzornigen Düsterweihers, der sich hier durch den Sumpf in meine angekippt-verwachsene Verliesluke verirrt hat, wo die Träume und Visionen, die er mir des Nachts und in lockender Stille auferlegte, noch bis heute über meinem leergelöffeltem Kopf kreisen, schenkt jedem interessiert auflauschendem Hörer ein cremiges Würzverhältnis aus doomiger Hasenjagd, sludgigen Abrissbirnen mit Gesangseinlagen, die einen brutalen Pit erzwingen müssten und zum Verfeinern der Mischung, einen groovig-atmosphärischen Trip-Modus in der Sechssaiter-Drum-Kombi, der jedem, nach Schwere dürstendem, Untertan dieser Zünfte sehr gelegen kommen könnte.

Mit dieser ersten EP und diesem erstmaligen Eisbruch fassen CRACKHOUSE ihre mit reinstem Druck untersetzten Worte zwar relativ simpel und halten sich recht kurz, aber sie halten sich verdammt gut in genau diesen Gewässern, den Sümpfen und ihren ziehenden Sog-Löchern voller ungezierter, natürlicher Zug – und Beißkraft.
Ihr könnt euch das ganze Ding seit Mitte vergangenen Februars auf ihrer Bandcamp-Seite pumpen und für eine Spende eurer Wahl aneignen, wozu ich nur meine wärmsten Empfehlungen für die aussprechen kann, die ein kurzes Stückchen gut dosierte Wut für den kurzlebigen Weg zur Arbeit brauchen.
Hört mal rein und behaltet die Jungs beim Auftrieb im Auge, damit ihr Bescheid wisst, wenn sie euch im nächsten hüfthohen Blütentümpel an den Füßen packen, während ihr noch die Nymphen auf dem Cover bestaunt.
Bevor ihr mich für heute los seid, muss ich dazu abschließend auch noch einen großen Hut vor dem Artwork dieses Tonträgers ziehen.
Die unbestritten talentierte Manon Cornieux, ebenfalls Französin, kreierte den drei Jungs ein Artwork, das mich nicht nur mit seiner präzise eingesetzten Technik, sondern auch mit seinem bilderbuchartigen Motiv und seinen Insassen zur gehörlichen Unterwerfung verführte, wobei ihre bisherige Sammlung aus Illustrationen und Bildarbeiten generell mehr als meine betörten Empfehlungen an eure Augen ausrichten lassen könnten.
LG, Vurd

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