The Grinders Guide #2

Heute gibt es spontan den zweiten THE GRINDERS GUIDE zu lesen. Letztes Mal habe ich mich in den Staaten festgehockt, in denen ich mich auch noch nicht komplett ausgetobt habe. Im heutigen Artikel geht es jedoch um drei interessante, europäische Bands. Zum einen werde ich die Franzosen PESSIMISTS näher beleuchten, die sich vom Krachlevel scheinbar einiges von ihren Landsmännern HARM DONE abgeschaut haben. Bei den anderen beiden Kombos handelt es sich jeweils um deutsche Künstler, denen man unbedingt mehr Beachtung schenken sollte.

XSPIG ( Bremen/Deutschland)

a1879015350_10Das, kürzlich veröffentlichte, Demo der Norddeutschen Grindcorer XSPIG, ist gleichzeitig auch der erste Output der Band. Ebenso wie das Coverartwork ist auch der Sound auf minimalistischem Niveau gehalten worden. Die Produktion ist richtig schön räudig und lässt das Potenzial der Band ab und an durchschimmern. Gelegentlich bekommt man neben den brachialen Blastbeats auch dreckige, eingängige Riffs geboten, die, mir persönlich, richtig Bock auf weitere Tracks machen. Sicherlich sind die Songs nicht zur Dauerrotation gedacht, wer sich allerdings mal kurz den Kopf, von einem stressigen Tag, Freipusten möchte, kann hier zwei Minuten lang grundsoliden und äußerst ranzigen Grindcore genießen, der euch wieder in die Spur leitet. Bleibt abzuwarten, ob der ekelerregende Sound bewusst so aufgenommen wurde und auch in kommenden Tonträgern ein Markenzeichen von XSPIG darstellen wird, oder ob die nächsten Songs ein anderes musikalisches Niveau zeigen. Wenn es nach mir ginge, kann der Minimalismus in Artwork und Klang gern beibehalten werden.

TODESNOT (München/Deutschland)

a0363751688_10Vom Norden geht es nun direkt in den Süden Deutschlands, denn in München hat eine wirklich fiese Noise-Grindviolence Combo  auf sich aufmerksam gemacht. Das Quartett TODSNOT hat nämlich mit MALAISE sein 2-Track Demo veröffentlicht und das kann sich absolut hören lassen. Der Konsument dieses, bisher nur digital releastem, Tonträgers wird von der instrumentellen Vielfalt und auch vom wunderbar abgemischten Sound regelrecht umgeworfen. Der eher genreuntypische Einsatz eines Synthesizers gibt den beiden Titeln unglaublich viel Tiefe und macht den dargebotenen Grindcore überaus interessant. Aber auch das sägende Riffing so wie die grantigen Vocals brauchen sich nicht zu verstecken und können auf ganzer Linie überzeugen. Hoffentlich liefern uns TODESNOT bald Nachschub, denn das Demo fixt ordentlich an. Wenn ihr auf moderneren Grind mit wuchtigen Breaks und dem gewissen Etwas steht, sind die Münchner auf jeden Fall einen Besuch wert. Mal sehen, was das Quartett live abliefert und ob der Synthesizer auf der Bühne eine ebenso prägnante Rolle einnehmen kann wie auf dem Record. Bei MALAISE handelt es sich definitiv um eines der derzeit beachtenswertesten Releases in letzter Zeit aus diesem Genre.

PESSIMISTS ( Nancy/Frankreich)

a0032840351_10Wer zum Beispiel HARM DONE kennt, weiß das unsere westlichen Nachbarn ordentlich Lärm machen können. Mit PESSIMISTS kommt ein frisches Quartett daher, das diese These erneut bestätigen kann. Wie der Name eigentlich schon impliziert, handelt es sich hier um wahrscheinlich angepissten, nihilistischen und frustrierten Sound. Die sieben Songs des Demos attestieren den Eindruck dann just. Wenn man den Record reinhaut, bekommt man von der ersten Sekunde an wahnsinnig wütendes Gebolze aus Powerviolence und zerberstenden Breaks geboten. Interessant ist vor allem, dass die vier Franzosen ihren PV nicht mit langweilligem, klassischem Hardcore gemischt haben, sondern eher eine blackened Variante eben jenes Genres benutzen. Finsteres Riffing und spannende Songstrukturen tut den Rest, um das Debüt der Franzosen vollends abzurunden. Dadurch schafft es die Band, neben dem Abriss, auch noch eine trostlose Atmosphäre zu erzeugen und beizusteuern. Meiner Meinung nach bester Track und somit auch Anspieltipp ist NOSEDIVE, der wie eine melancholische und verzweifelte Dampfwalze dahergerollt kommt und am Ende mit einem genialen Break-Part beendet wird. Das Demo von PESSIMISTS ist eindeutig etwas, dass man nicht an schönen Tagen hören sollte, um in den ganzen Genuss des Tonträgers zu kommen. Wer allerdings die Nackenklatscher in seinem Leben nicht mehr erträgt, bei wem das Fass bis oben hin voll ist oder wem der Arsch kurz vor dem Platzen ist, muss diese Band einfach auschecken! Man fühlt sich direkt in den Außenseiterzirkel frustrierter Kids aufgenommen und integriert!

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