Bandvorstellung: AUTARCH

Heute möchte ich euch eine ganz besondere Crust-Band vorstellen. Eine Band, die das Potenzial hat, sich zu den ganz großen des Genres einzureihen. AUTARCH aus Asheville, North Carolina, haben sich in mein Herz gespielt und ich muss ehrlich sagen, schon lange war ich von einer jungen Band in diesem Genre nicht mehr so krass begeistert wie von dieser Truppe. Auf sie aufmerksam wurde ich durch die lieben Menschen der HYPNO EAST BRIGADE, die diese fantastische Band in die Gerber 3 in Weimar gebucht haben. AUTARCH sind im Mai auf Europatour, also geht zu einem der Dates und kommt uns am besten in der Gerber besuchen, euch erwartet eine fette Show und die Vorband EKRANOPLAN verdient auch jede Menge Aufmerksamkeit!

Die Punks aus Asheville bezeichnen ihren Sound als „Space Crust“ und haben darum ein interessantes Konzept gebastelt. Der Weltraumbezug kommt hauptsächlich mit den Lyrics und einigen Ausflügen in Richtung Post Rock, dazu aber später mehr. Für mich klingen AUTARCH wie die perfekte Mischung aus FALL OF EFRAFA, WOLFBRIGADE und TRAGEDY. Schwedische D-Beat Brutalität trifft auf Neo-Crust Melancholie und epische Hymnen. Sie vereinen also das Beste, was das Crust-Genre zu bieten hat und bringen den Sound damit auf ein ganz neues Level.

Ich sags mal so, AUTARCH könnten eure neue Lieblingsband werden.

Seit 2010 sind sie aktiv und auf keiner Webpräsenz findet sich auch nur eine Angabe zu den Mitgliedern. Man bleibt wohl lieber anonym, also bis auf die paar Bilder im Web.

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Bis heute haben AUTARCH 4 Releases auf den Markt geworfen: Eine EP, eine LP und 2 Splits.

Die S/T EP erschien 2012 und bietet 4 starke Tracks. Mit „Kings“ findet die Band einen melodischen Einstieg, der sehr an FALL OF EFRAFA erinnert. Dann folgt schwedisches D-Beat Geprügel, die Gitarren sind angenehm tief gestimmt und sägen alles in klitzekleine Stückchen.

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Die Vocals klingen extrem primitiv und kraftvoll – wie bei TRAGEDY. Dieser erste Song ist mit knapp 8 Minuten die längste Nummer der Scheibe, unterhält aber bestens bis zur letzten Sekunde, kein einziger langweiliger Part geht mir auf die Nerven. Ich bin begeistert! Wers lieber kurz und knackig mag. wird mit „Shepherds“ bedient, mit knapp 3 Minten ist das der kürzeste Song der EP und wartet mit rotzigem D-Beat auf, AUTARCH zocken den Hörer gnadenlos an die Wand! Die Riffs peitschen in rasender Geschwindigkeit aus den Lautsprechern und hinterlassen nichts als Verwüstung. „Silence“ knüpft genau an dieser Brutalität an, hier wird der TRAGEDY-Einschlag nochmals richtig deutlich. Zum Ende der Platte wirds mit „Deliverer“ etwas chaotisch. Die Drums klingen irgendwie komisch und fügen sich nicht gut ins Gesamtbild ein, was den Song etwas versaut. Aber was heißt hier versauen, trotzdem klingen AUTARCH hier noch ziemlich tight und schaffen es in den letzten Sekunden des Songs die Scheibe gut ausklingen zu lassen.

Nach der sehr rauen EP erschien schon ein Jahr später die Full Length „The Death Of Actiacus“. Diese steht dem Debut auf jeden Fall in nichts nach, gibt sich allerdings wesentlich verspielter als der Vorgänger.

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AUTARCH experimentieren hier mit Post Rock und die Songstruktren sind nicht mehr ganz so geradlinig wie auf der EP. Gerade die Post Rock Kante ist eine Wohltat für den Sound der Band, da sie die eh schon fantastischen Melodien in ein atmosphärisches Gesamtkonzept packt und damit Nonstop für Gänsehaut sorgt! Nehmen wir allein den Introtrack „A Message“. Die düstere Eröffnung dieses Songs läst einem das Blut in den Adern gefrieren, es kommt eine kalte und umbarmherzige Atmosphäre auf, die bittersüßen Melodien verfeinern das Ganze mit endloser Verzweiflung. Der Soundtrack für kalte Tage, die man allein im Bett verbringt. Mit ausgeschalteten Handy und Bier. Nach diesem gottgleichen Intro prügeln uns AUTARCH übrigens wieder feinsten D-Beat um die Ohren, der Riffs und einer Melodie daher kommt, die eine Schneise der Verwüstung und ein Tal der Tränen hinterlassen. Hier wird der schwedische Einfluss deutlich: Eine knallharte Gitarrenfraktion die jedes Riff tight runterrotzt, dazu kommen allerdings melodische Einsätze, die direkt die Tränendrüsen motivieren. Mein Lieblingssong der Scheibe ist „What Rough Beast“, hier übertreffen sich AUTARCH wieder selbst. Emo-Sound der Superlative, von der ersten bis zur letzten Sekunde läuft mir ein kalter Schauer über den Rücken. Es wird eine melancholische Stimmung geschaffen, die über den ganzen Track aufrecht erhalten wird. Man verzichtet hier auf den rauen D-Beat Sound und bedient sich am Neo-Crust, dazu kommen Vocals, die jetzt wesentlich verzweifelter klingen. Man möchte meinen, die Band möchte mit diesen Klängen den Hörer immer weiter in das unendliche Schwarz des Weltalls ziehen. Das „Space Crust“ Experiment ist auf der LP auf jeden Fall geglückt, AUTARCH haben es geschafft eine einzigartige Atmosphäre zu erzeugen. Das Konzept geht komplett auf, schließt beim Hören am besten eure Augen und stellt euch vor, alleine auf einer Raumstation zu sein, denn genau dieses Gefühl der totalen Einsamkeit und Verzweiflung kommt beim Hören von „The Death Of Actiacus“ auf.

In den letzten Jahren hat die Band dann noch 2 Splits veröffentlicht.

Im Juni des letzten Jahres erschien die Split mit SOOTHSAYER aus Pittsburgh, Pennsylvania. Auf dieser Scheibe gehts wieder rauer zu, die Tracks sind wieder kürzer und die D-Beat Kante kommt wieder deutlicher hervor. AUTARCH klingen hier auch wesentlich punkiger, schaffen es aber dennoch wieder so eine eiskalte Atmosphäre zu erzeugen. Songs wie „Guide“ und „Trespass“ bieten starken Knüppel-Crust, sägende Riffs werden mit frostigen Melodien kombiniert. TRAGEDY-Fans werden wieder begeistert sein, nach der grandiosen LP empfinde ich diese Split aber fast als einen Rückschritt. Der Splitpartner SOOTHSAYER kann sich definitiv auch sehen lassen, besonders geil ist die Nutzung von Clean Gesang und der wirklich krasse Punk Einschlag. Mein Anspieltipp: „War Of The Roses“

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Das aktuelle Release von AUTARCH ist eine Split mit LANDBRIDGE aus Florida.Was bei dieser Scheibe auffällt, ist die häufigere Nutzung der Doublebass und Blastbeats, was den Songs deutlich mehr Druck verleiht. Außerdem ist der Post Rock zurück, dieses Mal bringt er auch seinen besten Freund mit: Black Metal. Die Band spielt also wieder mal mit den verschiedensten Einflüssen und schafft es, an die überragende Qualität der LP anzuknüpfen. „Kings Of Nowhere“ leitet die Scheibe wieder wundervoll postig ein, bis ein Blastbeat die Ruhe zerstört. Die Vocals klingen noch ein wenig verzweifelter als auf der Full Length, hier macht sich der Black metal Einfluss deutlich bemerkbar. Die D-Beat Parts wurden etwas reduziert, es wird mehr Neo-Crust gezockt, das geht im Gesamtkonzept aber vollkommen klar. Weniger Geballer. Mehr Atmosphäre. Das steht AUTARCH richtig gut, außerdem, wenn es jetzt knallt, dann knallts so richtig! Die Riffs sind wesentlich tighter gespielt und treffen immer direkt den Nerv, jeder harte Part trifft den Hörer wie ein Durchschuss direkt durchs Herz. Es finden sich nun sogar leichte Doom-Elemente im Sound der Band, beim Track „Bastille“ überzeugen AUTARCH durch einen Doom-Break, der in Sachen Heavyness nicht zu überbieten ist. Der letzte Song der Band auf dieser Scheibe, „Survive“, kommt dann auch sehr doomy und schleppend daher, am Ende des Tracks wird dann noch mal der Black Metal Knüppel mit den verrosteten Nägeln rausgeholt. Eine fantastische Erweiterung des AUTARCH-Sounds!

Zum Splitpartner LANDBRIDGE habe ich nicht mehr zu sagen als: Fantastisches Geballer. Anspieltipp: „Freedom Is The Grave“. Geradliniger Crust mit viel D-Beat!

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Bisher konnte mich jedes AUTARCH Release überzeugen. Das Konzept „Space Crust“ ist der schiere Wahnsinn und bringt frischen Wind ins Crust-Game. Für mich ist klar, dass sich diese Band eines Tages zu den ganz Großen des Genres gesellen wird. Gerade jetzt, wo TRAGEDY seit Jahren kein Release mehr veröffentlicht haben, schließen AUTARCH eine Lücke. Ich freue mich auf die Europatour und kann nur jedem Crust-Fan ans Herz legen, eine Show dieser Band zu besuchen.

Wie gesagt, am besten ihr schaut mal in der Gerber 3 vorbei. Wir freuen uns immer über Besuch, gerade von Außerhalb! Da die Show an einem Samstag (dem 6. Mai) stattfindet, wäre es doch sicher machbar die ein oder andere Karre vollzumachen und nach Weimar zu düsen. Wir stellen schon mal das Bier kalt!

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SHOW IN WEIMAR!

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Flix.

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