Frankreich entsendet das womöglich fieseste Noisecore-Exponat des Jahres – HARPON

Mit ihrem Debütalbum BEJI hat sich das französische Noisecore Trio HARPON schnell bei mir in den Kopf gebrannt. Physisch wird die Scheibe, als Co-Produktion zwischen REJUVENATION, POUTRAGE, KAOS KONTROL, TANDORI und WHOSBRAIN herauskommen. Musikalisch schickt euch die Band auf eine düstere Reise, welche von NEUROSIS – ähnelndem Noise Rock und, dem mittlerweile für seine Leidenschaft bekannten, französischen Emo/ Post Hardcore, untermalt ist. Hier kommt der Soundtrack zum geistigen Verfall der monotonen Gesellschaft. Willkommen im Unglück!

Nachdem uns die Franzosen, mit Acts wie BIRDS IN ROW, CELESTE oder YURY, schon längst bewiesen haben, wie unfassbar finster Klänge aus unserem westlichen Nachbarland umherseiern können, macht die frische Combo HARPON hier ebenfalls keine Ausnahme. BEJI, so der Titel des Debütalbums, das uns mit acht Tracks aufwartet, ist ein melancholisches wie trostloses Gerüst aus Noise Rock und Post Hardcore, das von der ersten bis zur letzten Sekunde zu überzeugen weiß. a0401582192_10Vor allem das variable Drumming und die immer wieder eingestreuten, verzweifelt tönenden, Melodien, lassen aufhorchen. Allgemein schafft es die Gitarre auf diesem Tonträger sich sehr prägnant in den Vordergrund, zu spielen und der Scheibe ihren eigenen Stempel aufzudrücken. Etwaige Tempowechsel und Effekte sind grandios vom 6- Saiter koordiniert und können sich direkt ins Ohr brennen. Die hypnotische Wirkung, die von den Riffs ausgestrahlt wird, scheint sich ebenso, wie auf mich, auf den Drummer gelegt zu haben, der sein Instrument immer wieder windelweich prügelt. Auch die Basslines können sich hören lassen und geben BEJI einen angenehmen Hardcore Punk Touch, der diese Band noch spannender macht. Leider sind die Vocals, im Vergleich zum Instrumentellen, nicht ganz so stark und verlaufen recht oft im Stumpfen. Wenn die Franzosen auf zukünftigen Tonträgern mehr Abwechslung in den Gesang bringen können, sollte es sich bei der Band allerdings um den nächsten großen Export des Landes handeln.

Unvorhersehbare Songstrukturen wie bei alten NEUROSIS Scheiben, verzweifelte Atmosphäre á la BIRDS IN ROW und so finster wie CELESTE. HARPON hauen mit ihrem Debütalbum BEJI einen fetten Brocken raus, der sich bereits nach kurzer Anlaufzeit ins Ohr spielen kann und definitiv Bock auf Mehr macht. Falls das Trio in Zukunft stärkere Vocals einfließen lässt und das symbiotische Miteinander von Gitarre und Schlagzeug beibehalten kann, dann werden HARPON für Noise Rock Fans nicht mehr wegzudenken sein. Ein wirklich starkes Debüt, das man unbedingt ausgecheckt haben sollte!

Bandcamp

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