Lares – Mask of Discomfort

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Wenn sich innerhalb einer Sekunde mehr als vierzig schwerbewaffnete Hufwesen aus den zwielichtigen Schatten der Zimmersschrägen und aus den, sich immer wieder beutelnden Rauchschwaden einer qualmenden Nebelmauer emporschälen, deren nagelförmiges Sofort-Dauerfeuer aus den Verstärkern in Salven auf Kommando des kratzigen Gesangs ebenso hinterherprescht, läuft bei euch vermutlich gerade die neueste EP der Berliner Psych-Doom-Pressen LARES im immer wieder angeschwärzten Schwingen ihrer sphärischen Sampler auf eurem Heimaltar aus.

Beim Betreten der Pforten noch einen eher üblichen Eingang gewählt, ist zu spüren, dass nun trotzdem nicht viel auf das Übliche gesetzt wird.
Betritt man das nun folgende Flursystem aus sechs vernichtenden Tracks, breitet sich der madige Teppich einer Maske unter euren Kopfhörern aus und entlädt sich in in einem brachialen Siechtum wider jeglicher Vergleiche.  Der Psych-Doom-Anteil der EP lässt sie eher smooth anrollen – er umgarnt das Ohr, lässt sich gehen und rafft sich schnell nach dem Intro auf, um wie ein wildes Biest in fuzzigen Impulsen auszubrechen, dem bestialischen Gesang die Leine zu entreißen und somit das volle Ausmaß dieses tödlichen Genrehybriden zu entknoten.

In ihren, schon eben kurz angerührten, Einspielern und Zwischenspielen wirken die vier Berliner viel atmosphärischen Spielraum aus und spannen Bilder und Dialoge vor dem Auge auf, die es den zerschlissenen Globen erlaubt, flüssig in den nächsten Song zu rutschen, um z.B. von einem, sich anpirschenden, Blast überrascht in einer, später zu einem teerig-schweren Aufwärtshieb aus einem Abriss erzeugten, Senkgrube aus schrillen Schreien und Wortgebilden, die sich, wie dorniger Schlamm und einem Raubtierschlund gleich über sämtliche Fassade stülpend, auf euch auslassen, bis das danach verformte Überbleibsel in den nächsten Hypersprung geleitet werden kann.
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In der ersten Hälfte dieses auf der Seele trommelnden EP-os noch mit vielen Doom-Galopps und obsidianen Schall-Monumenten spielend, entfaltet sich mit THE GODMACHINE, der letzten Hälfte und dem nun stark aufbrechenden Kern für mich das volle Potenzial dieser Platte.

Ähnlich wie das verdammt anschauliche Cover, das mich sofort eingefangen hat und perfekt verkörpert, wie ich mich fühlte, als die nun auch sludgiger werdenden Parts dieses unterjochenden Sahnhäubchens mit mir fertig waren, drückt das Quartett aus der Hauptstadt einen Eye -, bzw. Ear-Catcher nach dem anderen in eure Hirnlappen.
Wie eine Welle aus Finsternis in reinem Licht und andersrum bricht sich an diesem Punkt in meinen Augen eine Bandbreite von Akzenten auf, die teils fast schon in sakralen Psychedelic-Space-Wogen enden oder einen komplett kratzigen, genial abgeklarten Gitarrensound in einem BM-Riff vom Feinsten aus der weiten Leere schlagen, die LARES mit ihrem vierköpfigen Zusammenspiel erzeugen.

Alles in allem liefern LARES mit ihrer debutierenden EP MASK OF DISCOMFORT einen mehr als dicken Start hin und zeigen gleich zu Anfang so manche Strudel und Mixturen auf, die zumindest ich bisher noch nicht allzu oft in solcher Finesse gehört habe.
Zum Schluss bleibt es mir, zu behaupten, dass es zwar reichlich Varianten von Doom, Stoner, Psych und Metal in aller Art von Dosierungen gibt, aber LARES für mich seit langer Zeit mal wieder eine so raue, aber dennoch glühend treibende Mischung aus grummelnden Grooves, kalter, sowie finsterer Schübe und einem abgespaceten Touch servieren, die ordentlich zündet.

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Meine Empfehlung: Checkt dieses Killer-Debut einfach selber von Alpha bis Omega aus und lasst den Jungs einen satten Groschen da, wenn ihr dann beim Davonlevitieren noch das Licht ausmacht.
Wer sich also mal wieder für eine kosmische Wallfahrt, vom Cockpit der Couch und seiner Plektren – und Einkaufschiplegierung ausgehend, reif fühlt, kann gerne mal bei den vier Jungs vorbeischauen und fiebert danach vielleicht ebenso wie ich auf mehr Output und eine Chance, diese Maschine mal live zu erleben, hin.
Hier unten geht’s zum perfekten Klang für den Wochenendeinstieg!

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