Die düstere Crossover/Sludge – Bestie KAVRILA im Interview

Nach der, auch von uns, hochgelobten Debüt EP RITUALS I, hauen KAVRILA mit BLIGHT nun ihre erste Langrille raus. Die Scheibe wird am 04.08.2017 über BACKBITE RECORDS erscheinen. Ich habe mich mal mit Alex ausgetauscht, um ihm ein paar Fragen zur Band, zum Album oder auch über die Zukunftsplanung, zu stellen.
Kleiner Spoiler: Das Album ist richtig stark geworden, komplettes Review folgt zeitnah.

Hallo Alex, ich kenne dich ja mittlerweile schon ein kleines bisschen näher. Bei eurer Show in Weimar habe ich gemerkt, wie wenig Leute euch eigentlich auf dem Schirm haben.
Wie ich anhand mehrerer Gespräche mit Besuchern feststellen konnte, war die Resonanz auf euer Set durchgehend positiv. Kannst du uns sagen, wer sich hinter KAVRILA verbirgt und was euch dazu bewogen hat, dieses düstere Crossover/Sludgecore Biest überhaupt erst ins Leben zu rufen?  
Freut uns, das das Feedback so positiv ausgefallen ist in Weimar. Das haben wir ähnlich empfunden vor Ort. Wir haben jetzt auch nicht erwartet das Leute wegen uns kommen oder so, dafür gibt es uns auch noch nicht lange genug denk ich – mit einer EP im Rücken und ein paar Gigs ist das auch alles in Ordnung so. Vielleicht sind es ja dann beim nächsten mal schon ein paar mehr, wir kommen auf jeden Fall gerne wieder.
KAVRiLA_03
Kavrila sind 4 Jungs die sich durch ein paar Zufälle über andere Bands kennengelernt haben. Dann spricht man natürlich auch über Musik und was man noch so machen will. Es kam ziemlich schnell eins zum anderen. Im Vorfeld gab es schon grobe Skizzen von dem Sound, der dann später mal Kavrila werden sollte. Wir haben das immer weiter ausgearbeitet und am Ende sind 4 Songs bzw. eine EP entstanden, mit der wir ziemlich zufrieden waren. Das Ganze wurde geprägt durch eine sehr spontane Atmospähre, losgelöst von irgendwelchen Plänen oder präzisen Soundvorstellungen.

Demnächst bringt ihr mit BLIGHT euer Debütalbum heraus. Ich konnte die Scheibe schon vorab hören und bin auch in den Genuss gekommen,eure Songs live zu erleben. Für alle, denen dieser Spaß, bislang vorenthalten wurde, erzähl doch mal, was den Hörer so erwartet?
Vertonte Scheißseeligkeit auf höchstem „wir geben keinen Fick-Level“ und vertonte menschliche Abgründe – ein intensiver Hörgenuss. Das sollte so eigentlich auch als Sticker auf die Vinyl, aber das Label hat abgelehnt, haha.

Beim Hören bekommt man einen leichten Eindruck vermittelt, dass ihr euch inhaltlich mit einem bestimmten Konzept auseinandersetzt und sich ein roter Faden durch die Platte zieht. Ist da was dran?
Ein Konzept gibt es nicht wirklich, zumindest was den Sound betrifft. Also wir haben uns jetzt nicht groß und breit im Vorfeld überlegt, das es jetzt so oder so klingen soll. Wir arbeiten da ziemlich spontan und entscheiden viel aus dem Bauch heraus, was jetzt für uns geil ist, gut klingt und was nicht.
Bezüglich des roten Fadens hast du nicht ganz unrecht. Die Platte ist schon dafür gemacht sie in einem durchzuhören, um dann noch mal von vorne anzufangen und dann noch mal, wenn man noch kann. Anfang und Ende hängen zusammen im Prinzip. Wir hatten sogar überlegt nur einen Track zu machen mit einzelnen Kapiteln. Wir feiern Platten die dich von Anfang bis Ende beschäftigen, herausfordern und kurzweilig sind. Diesen Ansatz haben wir versucht umzusetzen.
Kavrila_Logo
Welchen Umständen haben wir die Lyrics zu verdanken? Woher kommt eure Inspiration?
Kurz gesagt: Überspitzt formulierte Szenarien, Alltags-Scheiße, persönliche Betrachtungen und Beobachtungen,Erlebtes, Durchlittenes, ein dunkler Blick in die Zukunft, Abstraktes. Alles mit einem gewissen Interpretationsspielraum für den Hörer. Die Musik gibt den Ton bezüglich der Texte an.

Euch in ein bestimmtes Genre einzuordnen fällt schwer. Am ehesten würde ich euren Sound wohl als sludgigen dark Crossover bezeichnen wollen. Mich würde brennend interessieren, wer alles so zu den größten Einflüssen zählt?
Wir haben nach der Veröffentlichung von „Rituals I“ öfter mal Doom Punk gelesen/gehört. Klang ganz cool fanden wir.
Man muss dem Kind ja leider früher oder später einen Namen geben oder wie ich es formulieren würde, den Hörern einen Vorschlag machen, wie man es nennen könnte. Letztendlich ordnet es dann ja auch wieder jeder einzelne für sich anders ein.

Einflüsse gibt es bei uns viele und das sind jetzt nicht unbedingt andere Bands. Ich würde eher sagen die Einflüsse kommen aus unserer näheren Umgebung; Leute mit denen wir zu tun haben, die Stadt in der wir uns bewegen oder Kram den wir erleben. Natürlich sind diese Dinge auch hier und da mit Musik verbunden, kein Frage. Aber ich denke, es kommen verschiedene Faktoren zusammen, die dann in die eigene Musik mit einfließen und sie mitformen.

Das Artwork des Albums ist genauso großartig wie der dargebotene Sound. Wer war denn der Künstler hinter dem Cover?
Danke! Das Motiv stammt von dem russischen Künstler Philipp Igumnov, der auch schon das Cover zur EP beigesteuert hat. Wir sind mehr oder weniger durch Zufall auf seine Arbeiten gestoßen und haben ihn dann gefragt, ob er siche eine Zusammenarbeit vorstellen könnte. Wir haben ihm unsere Musik und Ideen geschickt und er war sofort cool damit. Falls wir mal in Moskau spielen sollten irgendwann, werden wir uns mit ihm treffen. Er führt uns dann durch die Stadt und wir zocken in seinen Lieblings-Bars. Das hat dann auch Potential für eine Live DVD denk ich, haha.
Was das Artwork angeht finden wir es wichtig, das alles stimmig ist und man nicht nur an die Musik denkt, sondern auch die äußere Erscheinung berücksichtigt die sie repräsentiert. Ich bin oft schokiert, wenn ich Artworks sehe, die zum einen schlecht gemacht und zum anderen die Musik keinen Meter wiederspiegeln. Dann bremst sich das alles gegenseitig aus – zumindest so lange man Musik und Artwork gleichzeitig betrachtet.

Kavrila_blight_coverUnd wo habt ihr aufgenommen?
Im Proberaum. Kleines Equipment. Raw. Kalt. Ungemütlich.

Die Vinyl – Version kommt über das Karlsruher Label BACKBITE RECORDS.  Stand der Entschluss mit Moritz zusammenzuarbeiten schon länger fest, oder war das ein eher spontaner Handshake? Wie kam es zu der Zusammenarbeit?
Der Kontakt kam über einen Freund zustande. Er hatte Moritz unsere EP geschickt und der hat sich ziemlich schnell darauf bei uns gemeldet und war ziemlich begeistert. Mo hat uns von Anfang an vermittelt, das er mega bock auf uns bzw. eine Zusammenarbeit hat. Das hat uns sehr beeindruckt und so kam dann alles nach und nach zu Stande. Wir fühlen uns da sehr gut aufgehoben.

Werden weitere physische Formate, sprich Tape und/oder CD noch folgen?
Ja, Backbite wird auch noch die CD Version rausbringen. Das Tape kommt dann über Breathe Plastic in Zusammenarbeit mit Medusa Crush Recordings, die schon die Tape Version der EP gemacht hatten.

Mit dem physischen Release von BLIGHT ist der anstrengende Arbeitsprozess nun ad acta gelegt worden.
Wie geht´s jetzt weiter? Erst mal eine kleine Pause einlegen, oder schraubt ihr eventuell an einer Tour?
Wir spielen ab Oktober bis Ende des Jahres noch ein paar Shows bzw. Weekender – ein paar Termine sind schon veröffentlicht. 2018 sollen dann weitere Shows folgen natürlich, da ist auch schon ein bißchen was in Planung.
Kavrila_White_Ralph_UlrichHast du schon einen kleinen Spoiler für uns, was wir musikalisch als Nächstes von euch erwarten dürfen?
Wir planen da nicht zu weit im Voraus und konzentrieren uns eher auf die nächsten 15min, haha. Ein paar Ideen gibt es, aber ob die dann umgesetzt werden oder klappen, gucken wir mal. Am 04.08 kommt „Blight“ – das könnt ihr definitiv erwarten.

Vielen Dank für deine Zeit Alex, ich hoffe, wir sehen uns bald mal wieder. Willst du noch etwas loswerden?
Gerne! Das hoffe ich auch. An dieser Stelle noch mal vielen Dank für euren Support in jeglicher Hinsicht! Das ist nicht selbstverständlich. Support Trvefrykt!

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