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Im Gespräch: Adrian von DEAF ROW SHOWS

Nachdem ich vor Kurzem über das demnächst anstehende DEAF ROW FEST in Jena geschrieben habe, bin ich Veranstalter Adrian auf den Leim gegangen, um weitere Hintergrundinformationen zum Fest, zu einzelnen Shows, aber auch zur Persönlichkeit einzuholen. Checkt DEAF ROW SHOWS unbedingt aus, denn es gibt leider noch viel zu wenig tolle, unterstützenswerte Projekte im Hinterland!

Hey Adrian, toll dass wir die Gelegenheit bekommen haben dir ein paar Fragen über dein Projekt DEAF ROW SHOWS zu stellen. Du veranstaltest in Jena Konzerte unterschiedlichster Genres und bist ebenfalls der Mensch hinter dem, wie der Name schon sagt, DEAF ROW FEST. Kannst du uns erzählen, was dich dazu bewogen hat eigene Konzerte zu veranstalten?
Hallo Nino, erstmal vielen Dank für euer Interesse! Ich stamme ja aus dem Raum Brandenburg/Berlin und kam schon früh mit der Konzertlandschaft verschiedener Genre in Berührung. Einen großen Teil meiner Freizeit verbrachte ich in besetzten Häusern/Hausprojekten und die dort herrschende DIY-Konzert-Kultur hatte mich ab der ersten Minute in ihrem Bann. Für mich war klar, wenn du Band XY live sehen möchtest und sich niemand darum kümmert, dann tue es selbst. Und so entschied ich mich dazu, Konzerte zu veranstalten. Lebensumstände führten mich dann einige Jahre nach Plauen und dann weiter nach Jena, wo ich aktuell lebe und Konzerte organisiere.

Du veranstaltest relativ häufig Konzerte. Ziehst du die ganze Nummer eigentlich alleine durch oder hast du noch weitere Kompagnons im Boot?
Diese Frage lässt sich nur etwas komplexer beantworten, da das Ganze ein größeres Ausmaß angenommen hat. Im Grunde bin ich Deaf Row Shows allein. Zur Freude mir nahestehender Menschen lasse ich mir mittlerweile aber auch gern unter die Arme greifen. Anfangs kümmerte ich mich um eigentlich alles. Wenn man so ein Konzert veranstaltet, hängt da unendlich viel Vor- und Nachbereitung daran. Vom Konzertabend mal ganz abgesehen. Dinge wie Kochen, der Einlass, die Bandbetreuung etc. – ich musste einfach überall sein. Seit einiger Zeit helfen mir wundervolle Menschen, die ich meine Freunde nennen darf bei diesen Aufgaben, was mir unwahrscheinlich viel Druck nimmt. Beim Deaf Row Fest bekomme ich schon immer überwältigende Unterstützung von der Kassablanca-Crew! Im Grunde gibt es eine Vielzahl von Menschen, ohne die das Alles so nicht möglich wäre und dafür bin ich wirklich dankbar.

Das diesjährige DEAF ROW FEST steht noch an, mit dabei sind dieses Jahr, am 23.09., unter anderem GOLD und CRANIAL. Wer wird denn noch so alles aufspielen? Ist das Line Up schon komplett oder kannst du unseren Lesern vielleicht etwas spoilern?
Ich freue mich, dass zum Zeitpunkt dieses Interviews das Line Up komplett ist und ich es offiziell machen kann. Neben den von dir genannten GOLD und CRANIAL spielen noch die wirklich sehens- und hörenswerten Bands PIJN, SPOIWO, A DEAD FOREST INDEX, ESBEN AND THE WITCH und AHAB. Letztere werden ihr legendäres Album „The Call Of The Wretched Sea“ als Ganzes live zum Besten geben. Das gab es bis jetzt nur auf dem diesjährigen Roadburn Festival in Tilburg zu erleben!
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Wie wählst du die Bands für das Festival aus? Schreibst du Bands an, die du auch persönlich abfeierst oder schaust du, was in dem Zeitraum tourt und baust dann das Line Up zusammen?
In erster Linie müssen mir die Bands gefallen. Das komplette Konzept von Deaf Row Shows und auch dem Fest basiert auf meinen musikalischen Präferenzen. Allerdings höre ich mich auch durch Bandangebote und entdecke dadurch erst Bands, die ich dann unbedingt veranstalten möchte. JESSICA93 war so ein spezieller Fall!

In den vergangenen Jahren hattest du bereits Granaten wie CELESTE, OATHBREAKER, WIEGEDOOD oder REGARDE LES HOMMES TOMBER. Mich würde allerdings interessieren, welche Band dich persönlich am meisten umgehauen hat?
Zu den absoluten Deaf Row Shows Highlights über die Jahre (auch über das Fest hinaus) gehören definitiv PLANKS, YELLOW EYES, SOFT KILL, RADARE, O (KREIS), LENTO, ALARIC, PINKISH BLACK, OATHHBREAKER, LENTO, DIE! DIE! DIE, DRAB MAJESTY, THE BLACK HEART REBELLION, WIEGEDOOD, die erste Deutschland Show von REGARDE LES HOMMES TOMBER und sicher noch einige mehr.

Ich habe ausschließlich positive Äußerungen zu dieser Festivalreihe gehört, leider muss ich zu meiner Schande gestehen, dass ich noch nie eines der DEAF ROW FESTe besuchen konnte.  Was ist dein Geheimnis, um diese Veranstaltung für alle zu einem Erinnerungswürdigen Ereignis zu machen?
Zum einen ist das Kassablanca eine einzigartige Location. Jeder der dort zu Gast war, weiß was ich meine. Es ist weitläufig und doch sehr familiär. Die fabelhaften Techniker des Festivals (Bühne, Licht und Sound) tun ihr Übriges. Zum anderen sind mir genreübergreifende Neuentdeckungen durch ein abwechslungsreiches Line Up wichtig. Ich für meinen Teil finde es super öde, mehrfach Bands an einem Abend zu sehen, die so identisch klingen, dass man die Musiker nicht mal tauschen müsste. Viele verschiedene Genres haben so viel gemeinsam, dass man diese an einem Abend gut zusammenbringen kann und ein vielschichtiges Publikum anspricht. Klar geht das nicht immer auf, aber man kann es eben nicht immer allen recht machen.
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Gab es auch Sachen, mit denen du nicht zufrieden warst?
Im Grunde bin ich jedes Jahr mit dem Verlauf des Festivals und dem dazugehörigen Feedback sehr zufrieden. Lediglich der Zuspruch dürfte sich in den Besucherzahlen noch etwas deutlicher zeigen.
Genug erst mal zum DEAF ROW FEST. Du machst ja auch vereinzelte Konzerte unter dem Namen DEAF ROW SHOWS. In der letzten Zeit ist mir aufgefallen, wie abwechslungsreich dein Programm eigentlich ist. 
Von Black Metal über Post Rock bis hin zu Indie/Wavepunk ist da eigentlich alles vertreten. Oftmals auch internationale Artisten. Bietet sich Jena als musikalischer Standort an oder musst du selbst agieren, um Bands wie SOFT KILL oder KING DUDE ranzuholen?
Das ist unterschiedlich. Mit Soft Kill habe ich mir einen kleinen Traum erfüllt, da war ich wirklich hinterher. Für King Dude bekam ich die Anfrage. Ich denke, wenn mehr Leute von der Existenz dieser in Deutschland doch recht zentral gelegenen Stadt und ihrer Kulturlandschaft wüssten, wäre hier noch einiges mehr los.
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Wo wir gerade bei KING DUDE sind. Eine deiner nächsten größeren Veranstaltungen ist das VAN RECORDS Paket, bestehend aus KING DUDE, THE RUINS OF BEVERAST, (DOLCH) und Caronte. Hat man noch Chancen auf Karten oder ist das Konzert, welches übrigens am 30.10.2017 im Kulturbahnhof Jena stattfindet, direkt ausverkauft gegangen?
Es gibt NOCH Karten. Momentan ist knapp die Hälfte der Tickets verkauft. Das ist für eine Stadt wie Jena in Bezug auf eine Show wie dieser, die noch recht weit in der Zukunft liegt, fast eine kleine Sensation. Zu lang sollte man daher nicht mehr warten!

Du spielst nebenher auch bei der Sludge/Grind Band EKRANOPLAN, mit der ihr demnächst euer Debütalbum herausbringen werdet. Wird DEAF ROW SHOWS darunter leiden müssen oder liegt dein Hauptfokus weiterhin bei diesem Projekt?
Bisher kamen sich beide Herzensangelegenheiten zum Glück nur selten in die Quere. Ich hoffe, dass das so bleibt. Ich bin da aber guter Dinge.

Was kannst du, als mittlerweile erfahrener Booker, Leuten mit auf den Weg geben, die selbst mit dem Gedanken spielen, eigene Konzerte, zu veranstalten?
Traut euch, probiert euch aus, doch übernehmt euch nicht direkt am Anfang. In jedem Fall ist das Ganze zwar anspruchsvoll, aber kein Hexenwerk. Mir persönlich macht das Veranstalten riesigen Spaß und ich kann mir kaum etwas Schöneres vorstellen. Ich hoffe eines Tages von dieser Tätigkeit leben zu können.
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Vielen Dank für deine Zeit Adrian. Noch ein paar letzte Worte zum Abschied?
Unterstützt eure Kulturlandschaft, geht zu Konzerten und anderen Veranstaltungen! Haltet die Augen offen bevor ihr rummeckert, wie mies das Angebot in eurer Gegend ist und öffnet euch mal für was Neues. Es gibt genügend unbekanntere Bands, die es zu entdecken gilt!

Alles Gute weiterhin, wir sehen uns!

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