SOULGROUND – LIFE ENDS

full band live

SOULGROUND aus Berlin ist eine der Bands, die ich schon unzählige Male live gesehen habe und die mir immer wieder aufs neue Bock machen. Wenn dieser Name auf einem Flyer steht, dann steht auch meistens die Wochenendplanung. Bisher hat die Band 2 Demos, eine EP und eine Split mit TIDES DENIED veröffentlicht. Nun erscheint im Oktober die erste Full Length Scheibe, „Life Ends“ wurde sie betitelt und herausbringen wird sie FAREWELL RECORDS.Damit hat die Band einen Labelwechsel gewagt – Adieu POWERTRIP RECORDS! Was damit verbunden ist, außer ein pünktliches Release, habe ich die Band in einem Interview gefragt, das ihr bald auch auf unserer Website lesen könnt. Die Releaseshow zum neuen Album findet am 19.10. in der Urban Spree, Berlin, statt. Als Supportacts stehen RISK IT, DELUMINATOR und TIDES DENIED auf den Plan.

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Ich durfte „Life Ends“ schon komplett hören, und ohne lang um den heißen Brei zu reden, ich bin gehyped ohne Ende. SOULGROUND haben sich weiterentwickelt und ihren Sound auf ein ganz neues Level gehoben. Der Einfluss von Sludge und Stoner ist deutlich größer, was dem ganzen Krach richtig viel Power verleiht. Dazu ist das gesamte Klangbild nun wesentlich düsterer und es wird mit den verschiedensten Stilen gespielt – selbst fernöstliche Klänge haben sich ins Album geschlichen, was wohl an einem langen Auslandaufenhalt eines Bandmitglieds liegen wird.

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Kommen wir mal zu den Tracks. Das Intro kommt mit eben diesen fernöstlichen Klängen daher, die ich gerade eben erwähnt habe. Sehr atmosphärisch und düster das Ganze, mir taugts. Die flüsternden Stimmen lassen mir sofort einen kalten Schauer über den Rücken laufen. Später setzten dann die Instrumente ein und es knallt ordentlich, schön dynamisches Gebolze, eine schöne Eröffnung für die Scheibe.

Der erste richtige Track ist „Faith And Control“ und bringt gutes Geknaller in hoher Geschwindigkeit mit. Der Gitarrensound ist wirklich unglaublich heavy, fiese Sludge Riffs treffen auf rotzigen Hardcorepunk. Besonders der Endteil des Songs bockt, fiese langsame Riffs sorgen für eine dichte, pechschwarze Atmosphäre. Danach wird es mit „Crosses And Gallows“ etwas thrashy und die Drumms kommen richtig gut zur Geltung. Das Schlagzeug wurde wirklich gut aufgenommen und bolzt ordentlich, allgemein macht die Produktion wirklich Spaß ohne Ende, aber besonders die kräftigen Drums bringen den Sound nach vorne. Bei diesem Track legen SOULGROUND etwas mehr Wert auf den Groove und schwermetallischen Riffs heizen ordentlich ein, dazu ein Beat zum gepflegten Kopfschütteln – perfekt.

„Martyrs“ beginnt dann wieder mit ruhigeren Klängen und gesprochenen Vocals, die ein beklemmendes Gefühl auslösen. Danach gibts kurz Krach auf die Ohren, bis es so finster und bedrängend weitergeht. Das Ganze gipfelt dann in einem Höhepunkt aus verzweifelten, extrem kraftvollen Gesangs und soooooo verdammt schweren Gitarrendröhnen, das es einem fast die Ohren zerreißt. Gegen Ende dann leichte Negative Hardcore Vibes mit eiskaltem Downtempo, wer sich da nicht sofort in einem Moshpit werfen möchte, fühlt den Scheiß nicht.

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Mein Favorite auf dieser Platte – „Relics Of Mind“. Das Riff, was SOULGROUND gleich zu Beginn rausfeuern, ist pure Negavität in Klangform. Nach dieser Eröffnung gehts zackig nach vorn, keine Kompromisse, nur fettes Geballer. Zu guter Letzt drosseln die Berliner das Tempo drastisch und lassen den Track in 2 superfinsteren Breaks gipfeln, die sich sogar hier und da am Black Metal bedienen. Für alle, denen das wichtig ist – ja es gibt Blastbeats. Und die ballern wie Sau.

Das große Finale der Scheibe ist der Song „Faces Of Death“, metallisches Riffing mit leichtem SLAYER-Touch entzückt mich doch immer wieder! Dazu wieder superfinsterer Break mit dem allerfettesten Chorus überhaupt – „No justice, no peace, for human disease.“ Dat knallt!

Das Outro entlässt uns letztendlich wieder mit einer extrem bedrückenden Atmosphäre und Voice-Samples direkt aus der Hölle. UGH!

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Um auf den Punkt zu kommen, dieses Album ist das Beste, was deutschem Hardcore in diesem Jahr passiert ist. So authentischen Sound voller Wut habe ich dieses Jahr noch gar nicht von der deutschen Szene gehört, und vermutlich wird das Release von SOULGROUND weder in diesem noch in irgendeinem anderen Punkt zu toppen sein. Jedes Riff sitzt, die Drumms ballern ohne Ende, die dunkle Stimmung bleibt nonstop erhalten. Man spürt förmlich, wie während des Hörens die Nebelschwaden an einem vorrüberziehen. Noch nie habe ich erlebt, das ein Hardcore Album eine so dichte und düstere Atmosphäre aufbaut. SOULGROUND – die norwegische Black Metal Band des deutschen Hardcore.

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FAREWELL RECORDS

 

Flix.

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