TTT vol. 4: Bongthrower – Demo

20930381_1465109250236444_2017167613_oDa wir mittlerweile alle eingeweiht sein sollten, womit sich diese Serie befassen soll, will ich versuchen, auch der nächsten Band keinen zu langen roten Teppich mit meiner pelz-igen Zunge zu legen und euch dringlich diese Demo zu verschreiben.
Wie es der Name schon in die Ferne schreit, widmen sich BONGTHROWER einem frischen, aber trotzdem urigen Krawumm-Brett, dessen erste Schritte nun, ca. ein Jahr nach der Bandgründung, auf einem Demo-Release festgehalten wurden.
Vor etwas mehr als einer Woche tauchte dieser Unterseedampfer dann an die Oberfläche und sprang mich ebenso schnell an, wie er mich mit seiner archaischen, aber rotzig soliden Attitüde auch gleich wieder zerschmettert hat.


Nachdem man sich einige Zeit lang nicht mehr vor fidelen Stoner-Alben in und um Krautland herum retten konnte und deutlich ein etwas herber Mangel an neuen Underground-Quellen für dick und aggressiv aufgefahrenen Zerr-Doom in meinen Ohren herrschte, sprangen einem auf einmal wieder vereinzelt Untiere wie diese aus dem Cyberspace direkt ins Gesicht.
BONGTHROWER geben volle Fahrt in diese Richtung und zeigen genug von ihrem wachsenden Potenzial, eines dieser Viecher vielleicht bald selbst rauszuhauen.a2586754302_10

Die Aufmachung ist so simpel, wie der Name vielleicht den ersten Eindruck befällt, aber stumpf ist hier, wie so oft, für mich Trumpf. Genau dieses Motto treffen BONGTHROWER ziemlich gut, denn wer hier Sonnenschein und irgendetwas außer Dystopie erwartet, kriegt am Ende der Schlange nur von dieser Wand ein indicatives Pfund auf die Glocke.
Die Musik bleibt schön im Vordergrund und kann sich für den Einstieg locker hören lassen!

Das Riffing ist schleppend bis groovig, die Drums pressen ordentlich und die Atmo bockt heftigst, als würdet ihr eine Halblingtruppe durch einen Bergpass führen, während ein, ins Tal schallend, röhrender Hüne den Berg mit seinen Echos zum Einsturz bringt.
In der Zeit, in der ich jetzt die Plastikohren wieder absetze, könnt ihr euch vor allem den Titeltrack und das saftige Schlussspiel der Band reinfahren und euch auf psychedelisch versetzte Tiefdruckaction in dem Graben freuen, den sie euch im Trommelfell hinter-lassen.
Allein schon das tief grummelnde Blubbern einer Zauberflöte zu Beginn der folgenden halben Stunde ließ mich sofort an der Glotze kleben und die Kopfhörer ins Ohr saugen.
Solcher Art Samples und Intro-Atmosphären sind ja nicht unüblich, aber es ist immer schon mit anzusehen für mich, wenn eine Band damit weder um sich wirft, um cool zu wirken, noch irgendwie versucht, Leute über die Samples zu reißen.
Die vier Tübinger spielen gekonnt mit diesen Effekten und präsentieren euch nun fünf betonharte Tracks in angemessener Länge, eingelegt in doomiger Inbrunst und cremig tänzelnder Okkult-Doom-Rhythmen á la BONGZILLA, DOPETHRONE und ALASTOR.
Ich hasse Vergleiche normalerweise, aber bei diesem Genre ist ein solcher Wink wohl kaum zu vermeiden:
Wer sich nach Riffs der alten Electric Richard Alben umschaut, wird hier möglicherweise auf angenehme Weise fündig und mit geringer Wahrscheinlichkeit enttäuscht.
Mit gröhlendem Gesang wird das Paket nochmal ordentlich unüblich zugeschnürt.
Die vier Baden-Württemberger liefern, meiner Meinung nach, definitiv das Demo für den Feierabend und lassen zumindest bei mir keinen Zentimeter meiner Kehle einer Wüste aus auditiver Teerluft entfliehen.

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Es ist hier wieder die stabile Summe aus starker Besetzung und viel Kraft, die BONGTHROWER in ihr erstes Release stecken, welche letztendlich einen ebenso überrascht, wie auch gespannten Eindruck bei mir hinterlässt.
Viele der Doom-Bands, die ich mit ihren ersten Releases oder Shows schon erleben durfte, haben solche Art Merkmale und Potenzial, in meinen Augen, sehr gut über ihre persönliche Entwicklung ausbilden können, weshalb ich bei Demos von Bands, die ich noch nicht kenne, immer wieder meine Ohren ausfahre und auf Nachschub hoffe, sofern sie mich an Land ziehen wie dieses hier.
Wer sich vielleicht meiner ziellosen Suche nach einem wieder einmal finsteren Paket aus Psych und Doom für die Alltagstristesse angeschlossen fühlt, kann hier auf jeden Fall nichts falsch machen und kriegt eine halbe Stunde musikalischer Trip-Rituale auf Spendenbasis, was für mich wie ein guter Deal klingt.

Das vierköpfige Gespann sucht außerdem sowohl noch eine Vermittlung in Richtung Label, als auch begrüßte Möglichkeiten für Shows, also fühlt euch eingeladen, die Tübinger mal anzu-hauen, wenn ihr eines von beiden am Laufen habt.
Ich bin sehr gespannt, wie es weitergeht und kann euch nur zur Gönnung raten!

Listen!
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