TRVEFRYKT ZINE

Trvefrykt´s Rotten Report #1 – Into the pit

Aufgrund anhaltender schlechter Laune habe ich mich in den letzten Tagen mal intensiv auf die Suche nach besonders moshigen Metal Bands begeben. Da der momentane Hype, um Bands wie POWER TRIP, GATECREEPER oder RATLORD, nicht abzuebben scheint, sind weitere Untergrundbands dieses Schlags natürlich eine logische Konsequenz. Man darf sich getrost schon mal warm anziehen und vordehnen, denn da tummelt wirklich noch so Einiges an Pit-tauglichen Combos herum.

Aus einer Fülle, größtenteils belangloser Combos, habe ich euch die, meiner Meinung nach, Fünf am zu empfehlensten Bands herausgefiltert, die man zur Zeit finden dürfte, zumindest wenn man sich von minimalem Hardcore -Einfluss nicht abschrecken lässt. Jeder der folgenden Künstler bringt das Potenzial mit, äußerst bewegungsfreudige Shows zu liefern. Weil keine der Bands jedoch bisher das Festland betourt hat, bleibt uns erst einmal nichts anderes übrig, als uns mit den hiesigen Tonträgern zu vergnügen. Egal ob Death Metal, Crossover oder Thrash, jetzt geht´s einfach um Musik, die euch aggressiv den Kopf leer spült.

PHALANX ( Death Metal/ Hardcore – Los Angeles)

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PHALANX sind eine noch recht frische Truppe im amerikanischen Underground und haben erst vor Kurzem mit VARIAN DISASTER ihr Demo veröffentlicht. Übermittelt werden knappe zehn Minuten feinsten Geballers irgendwo zwischen fiesem 90er Death, old school Grind, Hardcore-Chorus und dicken Breaks. Allem voran überzeugt der durchgängig keifende Gesang, der hier und da von starken Growls unterstützt wird.
Die Songs walzen groovig voran und enden nicht selten in üblen Downtempo – Passagen, die bei einer Show so ziemlich jeden im Publikum, zum Ausrasten bringen dürften.
Auch das „Konzept“ der Band sticht etwas aus der Masse heraus, da sich die Kalifornier nämlich mit morbiden Szenarien des Römischen Reiches auseinandersetzen, was im Nachhinein natürlich auch den Bandnamen erklärt.
Durch das rohe Demo-Feeling, einer ganzen Menge Blastbeats und heftiger Tempowechsel, hat es nicht lange gebraucht, um mich von PHALANX zu überzeugen und ich denke, es sollte euch nicht unähnlich ergehen.


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NIGHTFEAR ( Death Metal/ Crossover – Pennsylvania )

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Falls ihr euch gerade am aktuellen POWER TRIP Album sattgehört haben solltet (wie auch immer das geht), kann ich euch unbedingt die US – Thrasher von NIGHTFEAR ans Herz legen.
Nach einem 2015 veröffentlichtem Demo, legt die Band momentan mit ihrer CRYPTASM EP nach. Der Record trumpft mit sechs primitiven Death/ Crossover Tracks auf, die durch grantige Vocals, eiskalte Melodien und herbe Hardcore – Elemente bestechen können. Zwar bieten die Klänge einen deutlich höheren Anteil aus dem Thrash Metal, als aus irgendeinem anderen Genre, todfinster ist die Scheibe dennoch. Die Songstrukturen sind relativ einfach gehalten, aber gerade deshalb umso wirksamer.
Lineare Wechsel, zwischen treibendem Metal-Gebolze, untersetzt mit Ohrwurm-Melodien und aggressivem Hardcore-Moshpit, reichen komplett aus, um die frustrierte Grundstimmung zu vermitteln. Würde man NIGHTFEAR mit den, oben erwähnten, Szenehelden auf Tour schicken, wäre sicherlich eine ganze Stange an Verletzungen vorherzusehen. Sollten die Jungs bald einen Langspieler auf selbigem Niveau raus hauen, ist ein Hype nicht auszuschließen. Es macht absolut Spaß, sich diesen Tonträger reinzuziehen, auch dank eines tollen MISFITS – WE BITE Covers.


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MOURNING (Black/Death/Hardcore – UK)

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Ok ich gebe zu, bei MOURNING handelt es sich eher um eine 90´s Metalcore Band, als um einen Vertreter aus dem Death Metal. Nichtsdestotrotz knallen die drei Songs des Demos alles weg, was nicht irgendwie festgenagelt wurde. Die Briten präsentieren düsteren Midtempo Metallic HC mit unglaublich gefährlicher Ausstrahlung. Bereits nach dem ersten Durchlauf musste ich mir den Angstschweiß von der Stirn wischen, weil mich die Songs einfach zu sehr gefordert haben. Mit, für das Genre recht üblichen, gepressten Vocals, eisernen Riffs und furiosem Drumming bringen MOURNING alles mit, was es braucht, um den Hörer mit sich zu reißen. Gepaart wird das Ganze dann noch mit stimmigen, bedrückenden TRUE DETECTIVE Samples, was eine wirklich starke Atmosphäre zustande bringt. Da es sich bei der Combo eher um eine Hardcore Band handelt, ist es nicht verwunderlich, dass die Breaks und damit einhergehenden Moshparts deutlich ausgeprägter sind, als bei den anderen Vertretern im heutigen ROTTEN REPORT. Ich persönlich würde mir definitiv eine Show der Band anschauen und dazu ausrasten. Bietet sich hervorragend als Europatour-Support für Bands wie GATECREEPER an, um auch den anwesenden Hardcore Kids was zum Bewegen zu geben.


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MANGLER ( DEATH/ THRASH – Ottawa )

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Die Kanadier MANGLER sind sicherlich, momentan, eine der angesagtesten Death/ Thrash Combos des modernen Untergrunds. Mit klassischen, schnörkellosen Songstrukturen, brutalen Riffs, wirbelnden Drums und eklig tief krächzendem Gesang wird auf dem Debütalbum DIMENSIONS OF TERROR kein Stein auf dem anderen gelassen. Die Scheibe geht sofort ins Ohr und lässt den Kopf automatisch mitnicken. Obwohl die Band an Breaks eher sparsam umgegangen ist, wird ein schöner stumpfer Moshpit eröffnet, der dank des Mix aus Punk-lastigem Death Metal und räudigem Thrash hervorragend funktioniert. Abwechslung bringen die Nordamerikaner durch vereinzelte Glanz-Melodien in ihrem Record unter, der aber auch ohne nicht langweilig gewesen wäre. Ganz starkes Debüt einer ganz neuen Band, die man unbedingt im Auge behalten sollte. Mit SATANIC PANIC gibt es auch einen richtig fiesen Ohrwurm abzustauben.
Fans des Genres werden an diesem Machwerk ihre helle Freude haben, aber auch Anhänger des morbiden Metalpunks kommen bei MANGLER voll auf ihre Kosten.


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CREEPING DEATH ( Death Metal/ Hardcore – Texas )

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Das Beste kommt zum Schluss, oder? In diesem Fall schon, denn CREEPING DEATH aus Texas haben mich absolut weggeblasen. Die dargebotene Musik trifft zu 100% meinen Geschmack und sollte sicher auch dem Ein- oder anderen von euch gut gefallen. Nebst zwei Demos gibt es aktuell eine Drei-Track EP unter dem Namen SACRAMENT OF DEATH zu begutachten, die vor allem durch ihre gnadenlose Brachialgewalt und punktgenaue 6-Saiter Melodien auffällt. Hörbar Hardcore – beeinflusster Death Metal, der von vorn bis hinten wild um sich schlägt und, durch die hoch aggressiven Klänge, beim Hörer dasselbe Verlangen hervorruft. Bockstarke Vocals, runde Songstrukturen, pure Gewalt und nur wenig Spielereien reichen völlig, um die Nachbarn mal wieder zum Ausflippen zu bringen. Hoffentlich drücken die Amerikaner bald eine Langrille hinterher, denn die EP ist eindeutig zu kurz und dadurch leider ein wenig unbefriedigend. Ein genialer Mix aus Death Metal und Hardcore, im Stile von XIBALBA mit eingängigerem Gesang. Ein kurzes reinhören genügt, um die nächsten fünf Tage klatschen zu bleiben.
Heavy as hell, dirty as fuck!


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Falls euch die Ein- oder andere Band aus diesem Artikel zugesagt hat, solltet ihr unbedingt auch TIME WALK (US), PRIMAL RITE (US), SLAVESTATE (US) und HOSTILE (DE) probieren!

TIME WALK Bandcamp
PRIMAL RITE Bandcamp
SLAVESTATE Bandcamp
HOSTILE Bandcamp

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