TRVEFRYKT ZINE

TTT vol. 6: Pulsar – Dark Universe Arise

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Da der letzte Beitrag eher in eine psychisch destruktive Richtung schoss, kommen wir heute, dank eines Winks vom Captain, zu einer deftig trippenderen Rohkost aus heimischem Anbau. Während das neue Jahr sich an so manchem Dunstschädel wie mir vorbei schlich und während man krampfhaft versucht, das letzte Jahr sowohl mental, als auch musikalisch zu verarbeiten, kommen mir durch den Tipp immer wieder einmal solche Brocken wie die Eisenacher Doom-Brecher PULSAR unter, die mir im letzten Jahr ebenso durch die Lappen gingen, wie das große Geldhochschießen gegen Jahresende. Das 2016 gegründete Trio schreibt sich in eigener Handschrift einen ganz besonders aufgeladenen Zauberer auf die Fahne und versetzt den Hörer in fast bekannte Klänge der frühen Jahre dieses Milleniums, als ein paar Briten mit breiten Kreuzen auf dem Rücken den Dopethron veröffentlichten und ranziger Doom im verspielt wiederbelebten Iommi-Charme nach Europa zu pollen begann. Falls ihr dieses schleppende, umgrätschende Gerumpel auf WIZARD BLOODY WIZARD vermisst habt, könnten euch diese Thüringer zeigen, wo der Pfeffer drückt.

Sowohl das eingängige Cover, als auch die ersten Töne versetzen sofort in einen Bann, dem es schwer entgegen zu schwimmen ist. Ein Titel wie DARK UNIVERSE ARISE, der den Sockel des pfundschweren Debüts unserer drei Nachbarn gründet, lädt förmlich das Trommelfell ein, wie Stahl aufeinander schlagen einem Barbaren zur Freude würde.

Der Sound ist ordentlich satt, voller Fuzz, Hall und in einen runden Mix für absolut flüssige Überläufe und sahnige Hooks vermengt, die mich sofort nach jedem Abriss auf kein verstummendes Abreißen dieser überwältigenden Atmosphäre hoffen ließen. Denkste, dacht‘ ich – mit einer bunten Palette an Groove und verspielten ‚Buckingham-Soli‘ wird schnell und häufig auf insgesamt fast 35 min Laufzeit für nicht abreißende Stimmung gesorgt und ordentlich düsteres Riffing durch das mittlerweile zerlegte Gehör gespült, während der erste Song sich rein akustisch kaum bemerkbar in mehrere Phasen und eine Gesamtspannweite von achtzehn Minuten zu einem stabil sphärischen Mikrokosmos auffaltet. Ab der Hälfte dieses Tonträgers wartet dann ein Drive auf euch, der von Orgeleinlagen und genialen Vocals verstärkt, nur noch in einem fatalen Haupthaarverlust der Extraklasse enden kann.25487344_192624601290552_207349568053576914_o

Nachdem SHORE OF ETERNITY, der dritte Teil dieses ersten Pakets, lange genug in eurem Präkortex eskaliert ist, machen sich die letzten beiden Songs, jeweils ca. acht Minuten, bereit, um weiterhin einen ebenso schweren Eindruck auf dem Hörer niederzutrampeln, wie bisher.

Besonders hervorragend spielen Gitarre, Bass und Drums in einem, aus den Schlaghosenzeiten bekannten, deutlich finsterer unterlegtem Teufelsspiel in den Schlund, das nur in den dystopischen Gesängen und Liebeleien mit kosmischem Nichts und dem gekippten Weihnachtsstern übertroffen wird.Bitterböse Samples und der, vor allem in den Höhen, sich mit gekrächztem Gesang duellierend, glänzende Ausdruck reinster Verzweiflung in okkulten, fabelartigen Hymnen, leiert dem inneren Auge mehr als gern VHS-verzerrte Horrorstreifen vor, während das impulsive Zuspitzen des Schlussakkordes zu völligem Verderb aufruft.

Alles in allem verspricht DARK UNIVERSE ARISE einen mehr als guten Start für PULSAR aus Eisenach, die mittlerweile auch wieder einen Ersatz an den Bill Wards gefunden haben und damit vielleicht ein Ableger des gehörnten Ziegenfußes zu sein scheinen, der im etwas späteren 2018 auf Flyern im Auge fixiert bleiben sollte.

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Auf Bandcamp gibt es die ganze Geschichte für einen schmalen Taler digital oder über INTO ENDLESS CHAOS RECORDS auch als super ausgearbeitetes, weiß-purpurnes Tape zu erstehen, das wiederum streng limitiert ist, also schaut am besten gleich mal vorbei, wenn euch die ersten Kracher auch so umgeboxt haben wie die Eisenfaust der zwei berühmtesten Milchschnittenbrüder.

Für mich bleibt wieder nur abzuwarten, was uns diese Kombo für die Zukunft bringt und ich muss sagen, dass mich dieses Debüt so zuversichtlich gemacht hat, wie schon lange kein deutsches Release es in dem Genre und der Zeit gemacht hat – und das bei weitem nicht nur wegen der immer wieder, ob unbewusst oder ernst, aufflackernden Wizard-Attitüde.Bleibt ebenso abzuaseln, was das Jahr uns noch in die nächsten Donnerstage reinwirft, von daher erst einmal viel Spass mit PULSAR, schaut mal bei INTO ENDLESS CHAOS RECORDS rein und supportet diese drei Dudes, denen reinster Äther für Fans von COUGH, WINDHAND und WITCHFINDER aus den Tretminen fließt, wie Milch und Honig im Schlaraffenland.

Schonmal schönes Wochenende und bis bald,
Vurd

____LINKS____
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     Order the Tape!
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