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Album Review: DAGGER LUST – SIEGE BONDAGE ADVERSE TO THE GODHEAD

DAGGER LUST hauen mit ihrem Debütalbum SIEGE BONDAGE ADVERSE TO THE GODHEAD einen an Wahnsinn-grenzenden Tonträger heraus, der den psychischen Verfall rapide nach vorne treibt und euch in dröhnender, nihilistischer Grundstimmung willkommen heißt. So ungefähr muss es im Kopf klingen, wenn man sich in einer dreckigen Abrissbude, mit Güterbahnhof neben dran, weghängt und sich die Verzweiflung noch ein letztes Mal versucht, erfolglos, durch die Synapsen zu kämpfen. Das ist spitzen mäßiger Raw Blackened Noise Grind, den man sofort mit Bands wie FULL OF HELL, FRIENDSHIP oder auch PRIMITIVE MAN in Verbindung bringt.

daggerlust
Ich habe keine Ahnung aus welcher furchteinflößenden Höhle Portlands dieses Trio letzten Endes gekrochen ist, aber seien wir froh, dass es sich zu erkennen gegeben hat. Die Band hält sich in derlei Angelegenheiten zwar relativ bedeckt und verbirgt sich in nebulöser Anonymität, doch das spielt der ominösen Kapelle regelrecht in die Karten und unterstreicht die rottende Atmosphäre nochmals fett.

Auf ihrem ersten Langspieler SIEGE BONDAGE ADVERSE TO THE GODHEAD kann die Combo mit todfinsterem Grindcore überzeugen, der sich von den meisten Vertretern seines Genres absetzt. Anstatt von klassischem Gitarrenriffing, werden die Blastbeats nämlich von Powerelectronics und düsteren Noise-Elementen unterstützt, was dem Ganzen einen äußerst spannenden und experimentellen Charakter verleiht, der sich sofort im Gedächtnis verankern kann. Meistens beben die Sounds ultraheftig und schwer dröhnend durch die Boxen, an anderen Stellen wiederum lässt man den obskuren Geräuschen freien Lauf und paart sie mit rituell anmutenden Schreien, die einem das Blut in den Adern gefrieren lassen.
Während ein Großteil der Songstrukturen aus rabiatem Grindcore oder düster rohem Black Metal besteht, wird das Tempo ab und an gedrosselt und in abgrundtief böse Doomsphären gelenkt, in denen sich die elektronischen Einflüsse besonders gut entfalten können.

Die CD Version, dieses vertonten Nervenzusammenbruchs, wird es bei INVICTUS PRODUCTIONS, ab dem 20. April, zu erwerben geben. Die Kassette oder Platte hingegen kann man bei VRASUBATLAT bekommen. Fans von abgefahrenem, mysteriösen Geballer dürfen hier gern blind zugreifen, ohne es später, auch nur im Ansatz, zu bereuen.

DAGGER LUST sind der blanke Wahnsinn und zeigen sich auf SIEGE BONDAGE ADVERSE TO THE GODHEAD in musikalischer Höchstform. Es wartet ein Abriss sondergleichen, mit dem sich das US-Trio sicherlich schnell einen Namen machen – und weltweit für Begeisterung sorgen wird.
Kaputte Musik für kaputte Menschen!

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