TRVEFRYKT ZINE

Raw Punk or die! #2: POTERE NEGATIVO, ENCROACHED, EXGEN, CERKKYU, EXISTENCE

Wie ihr bereits wisst, geht es in dieser Artikelreihe um räudige Punkbands aus aller Welt. In der heutigen Ausgabe stell ich euch die am empfehlenswertesten, aktuellen Untergrund-Combos vor. Es gibt fünf Vertreter der rohen, harten Gangart dieses Genres zu begutachten, die jeweils aus verschiedenen Ländern stammen – von Amerika, über Italien, bishin nach Südkorea, Japan und sogar Ägypten. Wenn  wildes und hartes Gebolze euer Ding ist, müsst ihr die folgenden Künstler unbedingt antesten.

POTERE NEGATIVO (Raw Blackened D-Beat – Italy)
portere.jpg

Die erste Band, die ich euch präsentieren möchte, stammt aus Italien und hat bisher nur einen einzigen Tonträger veröffentlicht. POTERE NEGATIVO heißt die Truppe und liefert auf IL MONDO CHE CROLLA düsteren, crustigen D-Beat ab, der, dank Lyrics in Landessprache, einen exotischen Touch aufzeigt. Obwohl die Songs ziemlich kurz sind, kann, neben den abwechslungsreichen Instrumentals, vor allem die Atmosphäre überzeugen. Besonders das, teils melodische, Riffing trägt hierzu bei, ebenso wie die rohe Aufnahme.
Das Tape gibt es in Kürze bei HIDDEN HANDS RECORDS zu erwerben. Wer auf TRAGEDY mit Raw Punk Elementen steht, könnte bei POTERE NEGATIVO definitiv hängen bleiben.


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ENCROACHED (Raw Punk – Japan)
encroached.jpgDer zweite Ableger des Raw Punk Genres, den ich euch näher bringen möchte, kommt aus Japan und bleibt mit frustrierter, der für Japan-Punk typischen, Wildheit, und eher hellen Vocals, direkt im Ohr. ENCROACHED heißt die Band, die diese Klänge fabriziert. Die Songs bestehen aus leicht chaotisch groovenden Riffs, die mit herrlich wütendem, ultraschnellen Drumming unterlegt sind. Die Musik der Asiaten ist hörbar Streetpunk beeinflusst und dürfte sicher auch von allerhand Nietenpunks gefeiert werden.
In eine einzige Schublade lässt sich der Sound jedenfalls nicht pressen. Am ehesten könnte man wohl Raw Skate Hardcore Punk dazu sagen. Eignet sich auf jeden Fall perfekt, um seine Wut auf einem Rollbrett auszuleben. Falls ihr auf fiesen, metallenen 80er UK Hardcore á la GBH steht, der sich die Hand mit Japan Punk reicht, dann seid ihr bei  ENCROACHED genau an der richtigen Adresse gelandet.


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EXGEN (Raw Punk – Egypt)
exgem.jpgMit EXGEN habe ich die erste, mir bekannte, Punkband Ägyptens entdeckt und die hat es direkt in sich. Unglaublich frustrierter Stampf-HC mit tief bellenden, leicht hallenden Vocals, die sich sofort im Ohr festbeißen. Das tiefe, walzende Riffing klingt superangepisst und überträgt dieses Gefühl auf den Hörer. Auch das stumpfe, sehr beckenlastige Schlagzeugspiel weiß zu Gefallen und passt sich nahtlos an den Rhythmus der Gitarre an. Alles in allem sollte man EXGEN schon allein deshalb unterstützen, weil sie auf wirklich verlorenem Posten stehen. Natürlich aber auch, weil sie musikalisch 100% geben.
Das ist primitiver Gossenpunk, den man sich reinfährt, wenn man nachts durch die Strassen zieht und seinen Unmut ausleben möchte. Ballert heftigst und begräbt euch beim Hören unter einer schweren Ladung  Schlamm.


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CERKKYU (Hardcore Punk – South Korea)

cerkk.jpgEin anderes Land, aus dem mir nicht so viele Punkbands bekannt sind, ist Südkorea. Neuste und eigentlich auch die einzige meiner Entdeckungen aus dieser Ecke sind CERKKYU, die mich mit ihrem noisigen 80er HC schnell am Haken hatten. Die Formel ist schlicht, denn mit primitiven, geradlinigen Songstrukturen und äußerst prägnantem Sägeriffing, kann die Truppe rasieren. In das Mikro brüllt übrigens  eine tollwütige Kreatur mit kräftiger Stimme. Gewürzt werden die Tracks noch mit ekligen, metallenen Melodien, die in beinahe jedem Song das Highlight stellen.
CERKKYU strahlen eine glaubwürdige „We don´t give a fuck“-Attitüde aus, die den Körper unter Strom stellt und, durch authentischen Retrocharme, derbst Bock auf Pogo oder Tanzen macht!


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EXISTENCE (D-Beat/Hardcore Punk – USA)
exissi.jpgMit den amerikanischen Crusties EXISTENCE ist mir wahrscheinlich das härteste Punk Geschwader ins Netz gegangen, das man momentan finden kann. Auf ihrem OUT OF TIME Demo liefert die Band unfassbar aggressiven Raw Punk ab, der wirklich alles wegmäht, was auch nur ansatzweise im Weg steht. Als erstes fällt das massive, durchweg brummelnde Bassspiel auf, das in Kombination mit tiefem, fiesen Riffing steht. Die Songstrukturen sind kompromisslos und brachial gehalten. Pures Geballer, unterlegt mit finster schreienden Vocals und rasant gespielten Instrumenten.
Für Freunde von 80er Punk der englischen Schule und walzenden D-Beat, ist diese Band ein muss. Das hier ist ein vertonter Wutanfall, aufgenommen in einem abgefuckten, jedoch wohlklingendem Kellerloch. Vollste Empfehlung!

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