TRVEFRYKT ZINE

SPECTRAL WOUND – Infernal Decadence

Puh, der Winter kommt wohl doch noch. Es ist arschkalt, ich will nur drinnen sitzen und mich alleine betrinken. Auf der Suche nach passender musikalischer Untermalung für einen stabilen Kalsarikännit-Abend bin ich auf eine Platte gestoßen, die im Juli des vergangenen Jahres erschienen ist und bisher komplett an mir vorbei ging.  Nach ewigen Suchen nach neuen Black Metal Releases, die mir etwas taugen, bin ich auf sie gestoßen, die „Infernal Decadence“ von SPECTRAL WOUND. Eine Band aus Québec mit ziemlich düsterem und bitterernsten Image. Finde ich meistens sehr cringy, aber diesem Projekt sei es mal gegönnt, da die Musik hier wirklich für sich spricht.

Mal zur Platte an sich: das Ding dreht sich nur knappe 35 Minuten auf dem Teller und verdammt, jede einzelne Sekunde ist der absolute Wahnsinn. Ich habe noch NIE so eine intensive Black Metal Scheibe gehört. Kein alter Klassiker und keine andere aktuelle Platte konnte mich jemals so in den Bann ziehen wie diese LP.  Die Soundqualität trifft genau den entscheidenden Mittelpunkt zwischen modern-drückend und rau.  SPECTRAL WOUND bauen eine eiskalte Atmosphäre auf, ohne dass das Ganze übertrieben edgy wirkt. Immer wieder werden feine Melodien eingestreut, die für eine epische Stimmung sorgen und nicht absolut weak klingen, wie bei 90% der heutigen Post-BM Bands. Blastbeats werden im Akkord rausgefeuert und diese erheben nicht den Anschein, damit auf besonders brutal machen zu wollen, sondern fügen sich sehr gut ins gesamte Klangbild ein. Sie sorgen für Intensität, ohne übertrieben prollig daherzukommen. Die Vocals sind angenehm frostig und sehr authentisch, da steht definitiv kein Teenie mit Liebeskummer hinter dem Mikro. Alle Songs der „Infernal Decadence“ haben keine ewig-langen Spielzeiten und sind spätestens nach 8 Minuten vorbei. Für meinen Geschmack eigentlich schon zu lang, aber im Gegensatz zu irgendwelchen 15 Minuten Brechern, die manche Genrekollegen da abliefern, fast schon Powerviolence-Tracks. SPECTRAL WOUND haben es geschafft, in keinem Moment der Platte auch nur ein bisschen zu langweilen. Die Songs sind verdammt intensiv, die Atmosphäre zieht den Hörer sofort in den Bann und man kann die Platte auch nach dem 5. Durchlauf immer noch nicht weglegen.  Mein Anspieltipp für die Eiligen unter euch, die sich die Scheibe nicht gleich komplett anhören wollen: „La Nuit Froide De L’oubli“, einfach weil diese Nummer die melancholischsten Melodien beherbergt und einsame Abende mit gutem Alkohol am besten untermalen.

Mein letztendliches Fazit: Absoluter Wahnsinn. Die beste Black Metal Platte seit Jahren, für mich wohl der Meilenstein schlechthin. Unbedingt anhören!

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Flix.

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