TRVEFRYKT ZINE

VLADA INA – Chained Down To Things That Are

 

Unsere lokalen Lieblinge von VLADA INA kommen endlich mit ihrer ersten Full Length an den Start. Unsere ganze Redaktion ist sich wohl einig, wenn es um diese Band geht – von allen Hardcore Bands aus unserem Dunstkreis ist es wohl die interessanteste und genau deshalb auch die Band, die am öftesten unsere Bühne in der Gerber 3 bespielt hat. Der Stil der Combo aus (mittlerweile) Leipzig und Jena hat sich von Release zu Release gewandelt. Viele Hardcore Bands folgen Hypes, da spielt man erst Crossover-Thrash und plötzlich 90er Metalcore, weil es eben angesagt ist. Bei VLADA INA gab es nie so eine Hype-Entwicklung, sondern eine sehr natürliche Verbesserung. Von sehr straightem New School Hardcore, zu eher metallischen HC, dann mal mit Stoner/Surf Elementen und nun zu einem ganz neuen Mischmasch. Ich würde sagen, VLADA INA ist immer genau das Produkt der ganzen Musik, die die einzelnen Bandmember im Moment abfeiern und in anderen Projekten ausleben. Der lockere, groovy Summervibe ist irgendwo im Kern noch enthalten, dazu kommen hier und da ein paar 90er Hardcore Elemente (Till spielt ja auch bei PAIN, der Einfluss wird deutlich), finstere Metalriffs wie bei den Jungs von CHAVER und ein bisschen Dynamik von SLOPE. Alles in Allem eine geniale Mixtur, die auf der brandneuen Full Length „Chained Down To Things That Are“ ab der ersten Sekunde zündet und perfekt funktioniert. Erscheinen wird die Platte am 6. September über FAREWELL RECORDS, die Jungs haben einen Labelwechsel vollzogen, den ich nur begrüßen kann. Ich freue mich auf eine pünktliche Lieferung meiner Vorbestellung.

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Was sofort auffällt wenn man die Scheibe das erste Mal auflegt: Das Ding ist extrem gut produziert und drückt wirklich alles an die Wand. Die Riffs rasieren messerscharf, die Drums bolzen ohne Ende und die Vocals klingen verdammt klar und sind schön im Vordergrund. Kein Soundmatsch, einfach eine Produktion die Spaß macht. Die deutlichste Verbesserung am Sound der Band, die man sofort hört: die Vocals von Max. Auf der vorangegangenen Promo wirkte sein Gesang hier und da noch etwas unvollständig, als würde er nicht ganz aus sich heraus kommen. Auf der LP holt er aber alles aus sich raus, seine kratzigen Vocals strotzen nur so vor Kraft und unterstreichen den groovigen, düsteren Sound komplett.

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Na dann gehen wir die Platte mal durch. Alles fängt mit einem bitterernsten Intro an, finstere Klänge, dazu wiederholt sich der Albumtitel. Chained Down To Things That Are. Ganz simpel und für VLADA INA sehr erfrischend, hat man doch sonst mit einem Sunny Boy Image gespielt. Auf das Intro folgt „Vice“, ein sehr geradliniger HC-Track ohne große Überraschungen, aber mit sehr solidem Break am Ende, bei dem die verdammt geilen Vocals so richtig gut präsentieren. Mit „Birth“ haben die Jungs bei mir einen absoluten Hit gelandet. Diesen Song gabs schon vorab mit Video zu bestaunen. Mit seinen knapp anderthalb Minuten schlägt die Nummer wirklich alles kurz und klein, rasend schnelles Riffing zu Beginn und ein extremer Groove zum Ende. Dazu kommt das fantastische Feature von Eric (MAKE UNSURE), der einen DANZIG-Vibe in den Song bringt. Düster, melancholisch – hier bekommt man direkt Gänsehaut.

Auch ein netter Anspieltipp für die Scheibe ist „Cold Skin“, der Song wird zu Beginn mit stabilen Metalriffs eingeleitet und steigert sich sehr schnell zu tosendem Hardcore-Geballer. Zum Ende hin wirds wieder schleppender, bis sich das Ganze dann zur gewaltigsten Break der Platte steigert. VLADA INA wissen, wie man verdammt heavy klingt, dagegen wirken die meisten anderen HC-Bands wie zahme Schoßhündchen. „Break Off“ folgt danach und bietet ein SLOPE-Feature, und so wie der Track klingt hätte er auch auf einer SLOPE Platte landen können. Er ist die perfekte Fusion aus dem Sound beider Gruppen, zu Beginn spielt sich die Band in eine wilde Raserei, am Ende wird es fast etwas doomy und die tonnenschweren Rìffs machen alles dem Erdboden gleich.

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Fast am Ende der Platte lassen VLADA INA noch ein wahres Groove-Monster von der Leine. „Asleep“ beginnt sehr ruhig und atmosphärisch, strotzt dann aber nur so von Dynamik und Tempowechseln, ein geiles Riff jagt das nächste und der Sing-a-long Part im Mittelteil bockt extrem. „Antipathy“ überzeugt dann mit leichtem 90s Metalcore Einschlag und D-Beat Drumming, irgendwie das beste aus 2 ganz verschiedenen Welten. Den Abschluss findet die Scheibe mit „Gone“, wieder eine straighte Hardcore Nummer, nichts neues aber über 3 Minuten komplett energiegeladen. Ein Track, bei dem es definitiv schwer wird, die Füße still zu halten.

Mein Fazit zu „Chained Down To Things That Are“: Diese Platte ist der absolute Wahnsinn. Ich habe dieses Jahr noch nichts vergleichbares gehört und es wird auch schwer, diese Scheibe zu toppen. VLADA INA ist eine Band, die mich nun schon einige Jahre begleitet und bei der ich jedes Release abgefeiert habe. Mit jeder Veröffentlichung hat sich diese Band gesteigert, aber ihre Debut-LP toppt wirklich alles. Ich möchte nicht wie ein verdammter Fan-Boy klingen, aber „Chained Down To Things That Are“ ist für mich jetzt schon die Platte des Jahres 2019, bestellt euch das Ding unbedingt. VLADA INA zeigen der europäischen Hardcore Szene, wo es lang geht!

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