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Bolt Gun – Man is Wolf to Man

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Von all den Schätzen, die mir vom Tipp bisher gütig gesteckt wurden, ist dieser der weitaus grauenerregenste Fluch, der kaum püntklicher aus dem Nichts auf euch abzielen könnte, als er es jetzt schon tut.
Die Kälte ist zurück und sie bringt den Frost zermarterter Geister und Schreie aus den fast tropischen Gefilden Fremantle’s mit sich. Inwiefern das geht, zeigt das dreiköpfige Gestirn BOLT GUN mit seiner bereits dritten Platte ab dem heutigen Tage mit voller Fahrt in eure Heimanlage, um Schrecken und Marter in flüssigste Töne zu verwandeln.
Wer sich in eine Thundra verschleppen, zerreißender Geistesgegenwart ausliefern lassen und in genau dieser beengenden Lage keinerlei Macht über diesen Verlauf haben will, kann sich mit MAN IS WOLF TO MAN in die verlassensten Sphären unweit der Arktis transportieren lassen und so schnell nicht wieder davon runterkommen.
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Nyos – Navigation

NYOS - Navigation Cover

NYOS – so kurz und prägnant der Name auch ist, habe ich bis zu ihrem Auftritt in der Gerber vor einiger Zeit kaum etwas von ihnen gehört – ein fataler Fehler, würde man mir jetzt zu Recht vorwerfen können.
Wer mit den Klängen dieser zwei unglaublich sympathischen Finnen vertraut ist, weiß welche Sparte künstlerischer Komposition sich aus ihren Köpfen ergießt, sobald man ihnen etwas Zeit und künstlerische Freiheit verschafft.
Wie aus einer Gitarre, einem Meer aus Pedalen und einem unscheinbaren, aber umso stärker dynamischen Schlagzeug, so viel Kraft und schiere Emotionsgewalt ausgehen kann, war mir bis dato ein Rätsel.
NYOS lassen seit jeher einen glasklaren, nadeldicken Quell aus wirren, bis atmospherisch drückenden Stücken aus dieser quantitativ dünnen Besetzung fließen und überzeugen dafür mit qualitativer Übermacht und einem gut trainierten Ohr für Stimmung und Harmonie in purem Chaos.
NAVIGATION führt euch in die gleichen Täler und Stromschnellen, die man von den zwei Instrumental-Jongleuren gewohnt ist – wellenartige Tempi, tighte Drums, sowie ein Riffing, das euch Sterne um den Schädel kreisen lassen wird.
Am 29.09.17 ist das offizielle Release der Platte auf digitaler Ebene und als LP über META MATTER RECORDS, in die ihr schon für zwei Songs reinhören konntet, solltet ihr das Projekt und etwaige Posts dazu schon verfolgt haben.

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Farce -Ich sehe im vorbeifahrenden Auto den Unfall mitvorbeifahren in Zeitlupe und rueckwaerts

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Es begann für mich mit einem Titel, der so für sich allein stand, dass sich meine zerkratzte, zivilisationskranke Psyche sofort von ihm einwickeln ließ wie im Griff einer ausgehungerten Python.
Kennt man dieses Bild nicht? Kennt man der Metapher Ursprung, der in der unbewussten Finsternis unserer Schädelinnereien lauert und immer wieder dem Tageslicht die Zähne entgegenspreizt, sobald der Mond seine trächtigen Gezeiten auf unseren Verstand abwälzt?
FARCE, ein junges, aber mehr als talentiertes Solo-Projekt in erfrischender Brise Wiener Blutes, strahlte im August letzten Jahres mit einem Release die erhabenste Großstadt-Melancholie aus, die ein menschliches Gedankenbündel im ausgekühlten Spätsommer hätte ertragen können.
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HUMAN LARVAE – Behind Blinding Light

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Wenn mechanisches Knacken und rastloses Drücken mit düster meanderndem Schweben zum Tanz einer Riege aus metallischen Organismen aufwallt und ihre ruckartigen, geknechteten Bewegungen eine Sinfonie aus Schrecken, Furcht und Seelen zerfleischenden Visionen in Töne verwandelt – wenn die Schreie der unnachgiebigen Verzerrung dessen, was ein Mensch wahrzunehmen kaum im Stande ist, durch ein Geäst aus bizarren, nebelartigen Sound-Teppichen kriecht – dann haben wir heute vermutlich HUMAN LARVAE, ein seit 2005 aktives Solo-Ambient-Projekt aus Berlin, zu Gast.
BEHIND BLINDING LIGHT heißt das im Februar 2016 aus den blutigen Tiefen eines aufschwemmenden Sumpfes gekrochene, aktuellste Release und es bricht sein madiges Brot mit genug Absurdität und nackter Finesse vor dem Spiegel der brutalen Kälte dieser Welt.
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Black Temple Below /Guevnna Split LP

a0863951679_16Black Temple Below Side:
Eine Doom / Sludge Band aus Italien, die Fans des Genres vertraut sein sollte. BTB beginnen sehr langsam, wie sich das gehört und ändern dieses Tempo auch nicht wirklich. Bestechen wollen die Herren durch die absolut fiesen Vocals die sich irgendwo zwischen Black Metal und Gore Grind bewegen und die rotzig schleppende Atmosphäre untermauern. (mehr …)