review

Zeit – Konvergenz

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Zeit – wie sich unser Leben nach ihr richtet, wie wir die Masken, die sie uns auferlegt, tragen als würden wir sie nicht im Spiegel erkennen und als könnten wir sie verschwinden lassen, indem wir uns hinter anderen Fassaden verstecken.
Zeit ist grausam und kennt keine Gnade, was sich gut macht, denn die gleichnamigen Leipziger Black-Sludge-Magnaten, die einigen von euch sicherlich schon ein ziemlich stichiger Begriff sein könnten, haben ein ebenso gnadenloses, neues Album in ihren Bogen gespannt, um euch ein weiteres, dicht gespanntes Netz aus Geschichten und Narben auf die Haut zu brennen.
KONVERGENZ läutet seit Anfang dieses Monats für diejenigen einen verzerrten Augenblick der Ekstase ein, die sich den verstrickten Bahnen dieser Platte unterwerfen.
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Wound Spreader – Annealing Cold

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Vorletztes Wochenende zog mich die herrenlos beschüttete Hülle, die mein zerballertes Hirn auf diesem Pickel unseres Globus umherträgt, in den Sprengradius einer ziemlich bombastischen Dauerfeuer-Walze namens WOUND SPREADER.
Death Metal aus der Nachbarschaft hat mich schon immer, unbewusster und seltsamer Weise, besonders hellhörig gemacht, doch selten hätte ich erwarten können, so unnachgiebig und ohnmächtig zermöbelt zu werden, wie an diesem Abend.
Wer sich mit technisch versiertem, todesschnellem Death abfangen lässt, ähnlich einer kaputten Stinger, könnte, wie meine verwahrloste Wenigkeit, durchaus Gefahr laufen, schon bei den ersten 500 Salven aus den mit Volldampf startenden Präventivschlag-Takten ihres Arsenals zu entarten.
Auf Facebook schon im tiefen 2012 verwurzelt, brachten die fünf Leipziger am 23. Dezember letzten Jahres mit ihrer Demo ANNEALING COLD ihr, zwar kurzes, aber tödliches Debut heraus.
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Lares – Mask of Discomfort

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Wenn sich innerhalb einer Sekunde mehr als vierzig schwerbewaffnete Hufwesen aus den zwielichtigen Schatten der Zimmersschrägen und aus den, sich immer wieder beutelnden Rauchschwaden einer qualmenden Nebelmauer emporschälen, deren nagelförmiges Sofort-Dauerfeuer aus den Verstärkern in Salven auf Kommando des kratzigen Gesangs ebenso hinterherprescht, läuft bei euch vermutlich gerade die neueste EP der Berliner Psych-Doom-Pressen LARES im immer wieder angeschwärzten Schwingen ihrer sphärischen Sampler auf eurem Heimaltar aus.
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Hexer – Cosmic Doom Ritual

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Wenn ein Ritual aus Finsternis und Licht Gesichter formt, deren kaskadische Schreie in Schleiern der mentalen Verwüstung ausarten und geistige Enthropie durch tonales Emotions-Chaos induziert wird, ist ein Live-Set von HEXER nicht weit. Mit ihrem, für mich, unglaublich eindrucksvollen und einzigartigen Live-Konzept erregten die vier Dortmunder Doom-Ritualisten jedoch bis vor kurzem nicht nur wohlgesonnenes Aufsehen.
Einen deutlich angemesseneren und berechtigteren Fokus solltet ihr jedoch jetzt auf ihr neues Album COSMIC DOOM RITUAL legen, welches sie bereits vor kurzer Zeit mit einem ikonischen Trailer von CHARIOT OF BLACK MOTH ankündigten.
HEXER reißen für mich seit vorgestern, dem elften April diesen Jahres, jegliche Tempel ehrfürchtiger Erwartung ein und liefern euch die digitale Version dieser inbrünstigen Messe direkt und frisch aus dem Lauf ins Vorderhirn.
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Crackhouse – s.t. / EP

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Wer hat sich sonst noch so mit ordentlich Nervennahrung eingedeckt und will sich die Tage auditiv und mehr als saftig zerschmieren lassen?
Jeder, der seinen Kopf gerade, wie ich, nach dem Umhertaumeln in Outworld, butterweich zerstreichen lassen will, kann sich bei  CRACKHOUSE und ihrem ersten gleichnamigen Lebenszeichen, bzw. Aufstampfer, einen Kick mit dem schärfsten Molkmesser einfangen, das ich, neben einigen anderen Bands zu gleichem Anlass, bisher in diesem Jahr aus Frankreich hören durfte.
Auf ein wenig mehr als einer gut bestückten Viertelstunde drücken euch die drei Haindruiden aus Tours, nach einem langen, sehr ambienten Intro, mit dem ersten Schlag in die Magengrube, zwei groovig-schwere Titel um den Nacken, wie eine mit blanker Kraft dessen Innereien strangulierende Pyhton, sodass darüber kein Muskel mehr in Trägheit thront.
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Acid Dream – Physical Removal

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In den Nervensträngen beginnt es zu kitzeln, die Narkose setzt ein, ein grollendes Zirpen schwemmt euch weiter in die finsteren Tiefen, während ihr bemerkt, dass sich, aus dem Qualm umherschallender Zungen, das verstörende Gebilde eines Kreisarztes hervorschält und damit beginnt, euch unter steinernen Riff-Brocken und seinem zerfleischenden Gesang zu begraben, der durch den, im Hintergrund peitschenden, Wind und sauren Regen zu einem Keil geformt ist, dessen Spitze sich allein schon in die Schädeldecke verankert, wie ein Pflock im butterweichen Großhirn.
Ein wild geworden kratzender und beißender Albtraum im Leib eines ätzenden Äthers legt sich wie eine Decke über eure Ohren, wenn der erste Sampler sein Vorspiel geleistet hat und so setzt sich das dreimotorige Kraftwerk namens ACID DREAM aus Manistique, Michigan, in Bewegung, um eure Tagträume zu verfolgen, bis ihre Schreie und Flüche das Siegel eines Traumas auf eure Netzhaut schleifen.
Ihre neueste Aversionsramme, mit dem passenden Titel PHYSICAL REMOVAL, bietet sich euch seit Januar diesen Jahres an, um euch mit unsagbar kalten, schnittigen Botschaften und einer vielgesichtigen Sludge-Doom-Maschinerie ordentlich auszuwalzen.
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God Disease – Rebirth of Horror

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Wo wir gerade gestern noch bei Finnland und seinen Heerscharen knochiger Finster-Akolythen waren, habe ich heute eine feurige Rauchwalze für euch, die Old School Death in ganz frische Fluten über dem Grund einer teils ungesunkenen, machtvollen Ära kettet.
Feldherren der Fäulnis, deren morbide Streitmacht von Soundteppichen jedwede psychische Stadtmauer in seiner Schneise erdverschiebender Wut niederreißt, um sich an seinen ungewappneten Insassen zu laben – so könnte man es vielleicht schlotternd, gleich dem einzigen Überlebenden, der seinen Kopf nach dem Spektakel noch zu tragen erlaubt ist, überliefern.
Der rohe, organische Matschhaufen, der nach diesem Fest des Fleisches dann auf jeden Fall noch übrig ist, sei schlichtweg den finnischen Death-Keulenschwingern GOD DISEASE und ihrem neuen Epos der Schmerzen und Marter namens REBIRTH OF HORROR zu verdanken, welchen sie seit nun mehr als einem halben Jahr von den verwesenden Kelchen ihrer Sichelhälse hinuntersickern lassen.
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