TRVEFRYKT ZINE

Morgenstern Fest II – der Hauptstadtmoloch

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Krawumm!
Ein trüber und verregneter Dezember neigt sich wie ein letzter Atemzug dieses Jahres dem Ende zu.
Wie jedes Jahr nähern wir uns dem Neubeginn eines fortwährenden Kreislaufs, dessen Pünktlichkeit wir mit den Feuern und Farben seiner ersten Geburt feiern.
Das große Vergessen beginnt und wir schaffen Raum für neue Eindrücke und Bilder eines aus der Asche seiner Vorzeit geborenen, unberührten Zyklus voller Möglichkeiten.
Und so wird vieles vergessen, was war, was kam und was gedeihte, um dem neuen Licht den Hof zu machen.
Doch bevor sich der leuchtende Tagesschimmer, der frische Tau einer neu datierten Zeiterfassung, über unsere frierende Erde legt, müssen wir über diese zwei finsteren Dezember-Nächte reden, die wir nie zu vergessen im Stande sein werden.
Berlin, seine Gassen, seine Straßen und sein farbenträchtiges Herz, wurden vergangenes Wochenende geschwärzt wie ein weißes, unbeflecktes Laken in einem Meer aus Tinte – das MORGENSTERN FEST II, wie der Name schon sagt, der zweite Spross seiner Linie, brachte Unheil und Verderb in die wohl empfangenden Arme und Ohren seiner Jünger.
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HUMAN LARVAE – Behind Blinding Light

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Wenn mechanisches Knacken und rastloses Drücken mit düster meanderndem Schweben zum Tanz einer Riege aus metallischen Organismen aufwallt und ihre ruckartigen, geknechteten Bewegungen eine Sinfonie aus Schrecken, Furcht und Seelen zerfleischenden Visionen in Töne verwandelt – wenn die Schreie der unnachgiebigen Verzerrung dessen, was ein Mensch wahrzunehmen kaum im Stande ist, durch ein Geäst aus bizarren, nebelartigen Sound-Teppichen kriecht – dann haben wir heute vermutlich HUMAN LARVAE, ein seit 2005 aktives Solo-Ambient-Projekt aus Berlin, zu Gast.
BEHIND BLINDING LIGHT heißt das im Februar 2016 aus den blutigen Tiefen eines aufschwemmenden Sumpfes gekrochene, aktuellste Release und es bricht sein madiges Brot mit genug Absurdität und nackter Finesse vor dem Spiegel der brutalen Kälte dieser Welt.
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MÆNTIS – I Have Tasted Devil’s Blood

a0105407373_10Kurz vor Ende des aktuellen Jahres, hat das Doom-Quartett MÆNTIS seinen Debuttonträger I HAVE TASTED DEVILS BLOOD veröffentlicht. Das bisher nur als CD oder digital erhältliche Album, ist ein fieser Brocken aus langsamen, schweren Gitarren und den feinen, hauchzarten Melodien des Todes geworden. Diese noch junge Combo aus Hildesheim schickt den Hörer auf eine Reise, in die tiefsten und dunkelsten Abgründe seiner Selbst. Highly Recommended! Weiterlesen…

FVNERALS -WOUNDS

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Schwere Musik aus dem Vereinten Königreich, der Dunst umwobenen Insel, kalt gischtender Klippen, rauer Wellen und weiter, leerer Rasengemälde, deren Leib schon so mancher Wellenbrecher entsprungen ist?
Und da taucht es tatsächlich auf, am schiefergrauen Wolkenbett, das sich wie Efeu und Gestrüpp durch den Horizont schlängelt – tiefschwarz und düster spuckend, Wasser aufschäumend und Teer atmend.
Die Rede ist von dem Totenhauch, den die drei schottischen Grabhüter von FVNERALS mit ihrem neuen Album namens WOUNDS in eure vier Wände wehen lassen, bis eure Vorhänge welken und euch das Holz von der Decke tropft.
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MARTYRDÖD – LIST

Ich möchte vorwegnehmen, das ich mit diesem Album die musikalische Liebe meines Lebens gefunden habe. Noch nie war ich so begeistert von einer Platte. Das neue Machwerk „List“ der Schweden von MARTYRDÖD reisst alles ab, wirklich alles! Um ehrlich zu sein, habe ich mich vorher noch nie mit einer MARTYRDÖD Scheibe beschäftigt. Ich habe immer mal reingehört, aber Genrekollegen wie WOLFBRIGADE oder DISFEAR haben mir einfach mehr getaugt. Aber Alben dieser Bands lassen ja sehr auf sich warten, die „Live The Storm“ kam 2008 und das letzte WOLFBRIGADE Album hat nun auch schon ein paar Jahre auf dem Buckel. Daher freute ich mich auf ein neues Schweden D-Beat Album und habe mir, ohne jegliche Erwartungen, die neue MARTYRDÖD angehört. Hinterlassen hat mich die Scheibe mit Gänsehaut und Tränen in den Augen. Weiterlesen…

Guevnna / Self Deconstruct – Split EP

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Schnell und laut, immer rein in den alten Ranzen, ganz gelassen und doch vor Wut schäumend.
Wenn man sich eine Split in die Anlage zimmert, rechnet man eigentlich mit einem Paket, was zumindest ansatzweise aufeinander abgestimmt ist. Sei es das Genre, seien es ausgewählte stilistische Mittel oder einfach ein persönlicher Bezug zueinander.
GUEVNNA und SELF DECONSTRUCT ballern acht Songs, im Verhältnis 1:7, auf einer Split EP zusammen, die genre-technisch eigentlich gegensätzlicher nicht sein könnten und ich feiere das ganze Spektakel, um ehrlich zu sein!
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Suma – The Order of Things

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Leere, Stille, Nichts. Alles beginnt mit einem dumpfen Knall der Bass-Drum.
Wie ein ein Impuls schweigsamer, gebannter Macht, die nur darauf wartet ein weiteres Universum in die unaufhaltsame Dehnung zu stürzen.
Gitarren, Stimmen, tiefe Verzerrung – alles bebt, alles geht und alles ringt sich wie eine Natter im packenden Griff der sich senkenden Sense zweier vor Gift tropfender Zähne um eine gerinnende Atmosphäre der Stase.
Was hier gerade passiert? Ich treibe gerade in die Ordnung der Dinge hinab – das Meer aus verworrenen Bildern, das die schwedischen Schwergewichts-Hexer von SUMA mit ihrem neuen Album namens THE ORDER OF THINGS in meinen, der Paralyse verfallenen, Kopf pflanzen.
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